Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Parasiten (Kokzidien ud Oxyuren) bei Chamäleons
Marc Schroeder
23.10.2002, 14:10
Hallo,
bei meinen Chamäleons (1.5 Jahre altes Männchen, 800 Monate altes gravides Weibchen (Eier nicht befruchtet)) wurden bei einer Kotanalyse Kokzidien und Oxyuren festgestellt.
Der Arzt meinte, bei de Kokzidien sei nicht feststellbar, ob sie pathogen seien oder nicht. Er riet von einer medikamentösen Behandlung ab, Gründe: Belastung für die tiere, sowie nur mäßige Erfolgsaussicht,
da angeblich 60% der Kokzidien-"Stämme" gegen die eingesetzten Medikamente resistent sein sollen.
Ausserdem sagte er, Kokzidien würden auf Nachkommen übertragen und bei diesen meistens zum Tod führen (typischerweise im Alter von etwa 3 Monaten), deshalb sollten das befallene Weibchen nicht zur Nachzucht verwendet werden.
Hat jemand Erfahrung mit dieser "Problematik", dies würde mich sehr interessieren.
MfG, Marc Schroeder
Hallo,
800 Monate alt? Stolzes Alter ;-)))
Um welche Chamart handelt es sich denn? Ich kann mir nicht vorstellen, daß Kokzidien bei einer eierlegenden Art die Eier im Mutterleib befallen. Bei lebendgebährenden Arten habe ich sowas aber schon gehört.
Zur Bekämpfung der Kokzidien sollte sich an dieser Stelle Marc N äußern. Dafür fehlt mir die fachliche Kompetenz. Ich meine mich aber zu erinnern, daß er sagte, Kokzidien seien recht gut mit Sulfonamiden zu bekämpfen.
Grüße Thomas
Kevin Becker
23.10.2002, 16:04
Hallo Thomas,
soweit ich weiß, kann man Kokzidien mit Drontal behandeln.
Netten Gruß
Kevin
[Edited by Kevin Becker on 23-10-2002 at 16:10 GMT]
Auch hallo,
oder bei Leopardgeckos mit Borgal (mache ich gerade durch)... Hab mal gegoogled:
"Kokzidien (z.B. Toxoplasma gondii und verschiedene Babesia-Arten) sind leider hartnäckiger. Zwar sterben auch sie innerhalb von wenigen Sekunden ab, wenn man sie in den ersten Tagen ihrer Entwicklungsstadiums heißem Wasser aussetzt, sobald sie aber ein fortgeschrittenes Stadium erreicht haben, überleben sie sogar 20-minütige Wasserbäder."
http://www.tierschutz-lauf.de/verein/aktuelles/2002-08.htm
"Kokzidien
Kokzidien sind einzellige Parasiten, die besonders bei Jungtieren große Schädigungen hervorrufen bzw. zum Tod dieser Tiere führen können. Durch einen Entwicklungszyklus ohne Zwischenwirt sind Kokzidien der Gattung Eimeria von besonderer Bedeutung bei der Haltung von Terrarientieren, da eine Vermehrung der Parasiten im Terrarium erfolgen kann. Häufig befallen Kokzidien die Leber, die Gallenblase oder die Darmschleimhaut. Typische Krankheitssymptome fehlen meistens. Die betroffenen Tiere leiden an zunehmender Appetitlosigkeit, verweigern die Nahrung und ein schneller körperlicher Verfall ist die Folge. Um den Infektionsweg zu unterbrechen, sollten betroffene Tiere unbedingt isoliert werden!"
http://www.gevo-diagnostik.de/Einzeller.html
Zu Blutparasiten: http://www.vetline.de/download/parasiten_reptilien.pdf
Nur zur Ansteckung von/über Eier habe ich nichts gefunden...
Gruß
Tim
Die Kokzidien, die bei Reptilien gefunden werden, müssen immer als pathogen angesehen werden. Sie können, wie Thomas es schon erwähnt hat, durch an den Eiern haftende Oozysten beim Schlupfvorgang auf die Jungtiere übertragen werden. Bei Chamäleons werden Kokzidien der Gattungen Eimeria ssp. und Isospora ssp. gefunden. Auch bei adulten Tieren stellen sie, bei einer durch Stress oder andere Belastungen hervorgerufener Immunsuppression, eine Gefahr dar. Oft sind dann Durchfallerkrankungen (teilweise auch blutig) und Abmagerung auf Grund einer gestörten Resorption der Nährstoffe, die auffälligsten Symptome.
Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, daß sich beide Kokzidiengattungen sehr wohl bei einem fachgerecht durchgeführten Dosierungsregime mit Erfolg bekämpfen lassen.
Es muß hier jedoch immer, auch bei einer dem Anschein nach erfolgreichen Behandlung, nach ca. 6 -8 Wochen eine erneute Untersuchung des Kotes auf den Parasiten hin durchgeführt werden. Das bedeutet, daß die Quarantänezeit entsprechend angepasst sein muß (mind. 6 - 8 Wochen). Sollten nach dieser Zeit immer noch Oozysten nachgewiesen werden, muß nochmals behandelt werden.
Die Behandlung mit Sulfonamiden (z.B. Borgal) ist sicherlich eine Belastung für das Tier, besonders die Nieren sind hierbei gefährdet. Man kann jedoch durch eine, in dieser Zeit, erhöhte Gabe von Wasser eine vermehrte "Durchspülung" der Nieren gewährleisten und ist so in der Lage den schädlichen Einfluß des Arzneimittels zu kompensieren. Die andere Möglichkeit besteht in der Anwendung von Toltrazuril (Baycox). Die Belastung für die Nieren ist bei diesem Wirkstoff weitaus geringer und es können gute Erfolge bei der Bekämpfung des Parasiten erreicht werden.
Die Oxyuren stellen i.d.R kein größeres Problem, was die Behandlung angeht, dar.
Gruß
Marc Schroeder
24.10.2002, 09:08
Herlichen Dank für die Informationen.
PS: Es handelt sich um Jemen-Chamäleons.
Eine Frage interessiert mich noch: Wodurch werden die Kokzidien denn "eingeschleppt",
etwa auch durch Futtertiere "von der Wiese" ?
Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine wäre z.B., daß der Züchter Kokzidien in seinem Bestand hat und sich diese, auf dem bereits beschriebenen Infektionsweg, auf die Nachkommen übertragen haben. Denkbar ist auch, daß die Jungtiere in Terrarien aufgezogen wurden in denen vorher Reptilien mit Kokzidienbefall untergebracht waren und die dann nicht entsprechend desinfiziert wurden. Auch in der Zoohandlung ist oft eine Infektion durch mangelnde Terrarienhygiene möglich. Ebenso stellen in diesem Zusammenhang Neuzugänge, die ohne Einhaltung einer Quarantänezeit in den Bestand gebracht werden, eine Gefahr dar.
Durch Futterinsekten ist eine Infektion nur möglich, wenn diese vorher mit dem Kot infizierter Reptilien Kontakt hatten.
Eine Übertragung durch gekaufte Futterinsekten ist mehr als unwahrscheinlich auch eine Übertragung durch Insekten, die man auf der Wiese gefangen hat, ist nur dann denkbar, wenn diese mit den Ausscheidungen von einheimischen Reptilien Kontakt hatten und diese Reptilien dann auch noch unter einer Kokzidiose gelitten haben. Mit anderen Worten auch eher unwahrscheinlich.
Gruß
Marc Schroeder
25.10.2002, 10:24
Vielen Dank für die Infos,
Gruß, Marc Schroeder
Hallo !
Ich war gestern wegen Kokzidien bei Leopardgeckos noch mal bei der Tierärztin, folgendes konnte ich mir merken:
- nach Ihrer Erfahrung wird Baycox nicht immer besser vertragen
- Die Kokzidien werden nie ganz verschwinden
- sie hält eine Infizierung des Jungtieres durch die Eltern über die Eierschale für wahrscheinlich
- Kokzidien sollten nur behandelt werden, wenn die Anzahl der gefundenen rel. gross ist und Symptome zu erkennen sind
- ich habe "bene-bac" (?) bekommen, um die durch Borgal zerstörte Darmflora wieder aufzubauen
- Sie hat empfohlen, die Geckos ca. 10-15 min in lauwarmem Wasser zu baden um die Verdauung anzuregen
Gruß
Tim
Es ist schon richtig, daß Toltrazuril (Baycox) vielleicht nicht in jedem Fall gut vertragen wird (das werden die oft eingesetzten Sulfonamide natürlich auch nicht). Es kommt jedoch nicht zu solch einer starken Belastung der Nieren, wie dies bei Sulfonamiden der Fall ist.
Kokzidien können sehr wohl vollständig eliminiert werden (eigene Erfahrung, die durch eine regelmäßige Untersuchung von Kotproben von behandelten Tieren über mehrere Monate nach erfolgreicher Behandlung gemacht wurde). Es sind mir allerding auch einige Fälle bekannt, bei denen die Kokzidiose nicht in den Griff zu bekommen war.
Bei Jungtieren würde ich immer eine Behandlung durchführen lassen, egal wie stark der Befall ist und auch wenn keine Symptome festzustellen sind. Auch bei Tiere, mit denen gezüchtet werden soll, ist eine entsprechende Therapiemaßnahme anzuraten.
Gruß
Marc-N. wrote:
Kokzidien können sehr wohl vollständig eliminiert werden (eigene Erfahrung, die durch eine regelmäßige Untersuchung von Kotproben von behandelten Tieren über mehrere Monate nach erfolgreicher Behandlung gemacht wurde
Hi Marc-N. !
Wie hast Du das erreicht ?
Gruß
Tim
In diesem Fall wurde noch ein Sulfonamid verwendet um eine Kokzidiose bei einem Lappenchamäleon zu behandeln. Die entsprechende Dosis wurde 1x tägl. an 5 aufeinander folgenden Tagen gegeben. Danach folgte eine Behandlungspause von 3 Tagen. Anschließend wird nochmals 3 Tage behandelt. Sollten dann keine Oozysten mehr im Kot zu finden sein, muß in jedem Fall nach mind. 6 Wochen noch eine Kotprobe untersucht werden. Erst wenn hier auch ein negativen Ergebnis erhalten wird, ist mit einer vollständigen Elimination des Erregers zu rechnen.
Gruß
Hi Marc,
hm - die TA meinte, selbst wenn ein Test negativ ist, heisst das nicht, dass keine mehr vorhanden sind, nur dass sie gerade (Stadium?) nicht nachgewiesen werden können ?!
Gruß
Tim
Deshalb habe ich darauf hingewiesen, daß mind. 6 Wochen nach einer erfolgreichen Behandlung nochmals eine Probe untersucht werden sollte. Nach dieser Zeit ist der Entwicklungszyklus von evtl. noch vorhandenen Stadien soweit fortgeschritten, daß wieder Oozysten nachgewiesen werden könnten. Da über diese Zeit hinaus von diesem Tier noch weitere Proben untersucht wurden, in denen eben keine Oozysten mehr feststellbar waren, ist von einer erfolgreichen Behandlung auszugehen.
Eine entsprechende Terrarienhyiene muß in der Quarantänezeit natürlich stattfinden, um eine Reinfektion während der Behandlung zu verhindern.
Gruß
Frostmourne
23.01.2003, 09:11
wie lang dauert so eine kotprobe nehmen wir an ich fahr direkt in ein Institut die kotproben machen ?
Mein tier wird immer schwächer !
Wahrscheinlich hat es solche Bakterien !
Isst nix mehr wird von tag zu tag schwächer
hat aber keine verformungen (keine rachitis)
also nehm ich stark an das es parasiten sind !
was sollte ich am schnellsten wege tun bevor ich zum arzt gehe bzw wie kann ich seine zustände verbessern bis dahin ?
leider find ich diese woche keine zeit für den tierarzt bzw der arzt nicht für mich da der im urlaub ist und der nächste arzt 50km weg is und kein auto hab im moment !
Kevin Becker
23.01.2003, 09:17
Hallo, m
du kannst per Post auch eine Kotprobe zu Dr. Opiela schicken. er hat ein eigenes Labor, welches die Kotrprobe für nicht viel Geld untersucht, und direkt die Medikamente mit der Diagnose mit zurück schickt.
Hier die Adresse: Opiela, Dr. Kay, Vürfels 11, 51427 Bergisch Gladbach-Refrath, Tel: 02204-25393
Netten Gruß
Kevin
Wolfgang Bischoff
23.01.2003, 09:37
Frostmourne wrote:
leider find ich diese woche keine zeit für den tierarzt bzw der arzt nicht für mich da der im urlaub ist und der nächste arzt 50km weg is und kein auto hab im moment !
??? ??? ??? :~(
[Edited by Wolfgang Bischoff on 23-01-2003 at 09:39 GMT]
Frostmourne
23.01.2003, 11:08
Kevin Becker wrote:
Hallo, m
du kannst per Post auch eine Kotprobe zu Dr. Opiela schicken. er hat ein eigenes Labor, welches die Kotrprobe für nicht viel Geld untersucht, und direkt die Medikamente mit der Diagnose mit zurück schickt.
Hier die Adresse: Opiela, Dr. Kay, Vürfels 11, 51427 Bergisch Gladbach-Refrath, Tel: 02204-25393
Netten Gruß
Kevin
ich bin leider aus Ö !(nach D dauert das zu lang)
aber ich werd mir ne adresse heut abend raussuchen aus dem netz wo ich proben hinschicken könnte !
weiss jemand wieviel euro sowas ca kostet ?
Kevin Becker
23.01.2003, 11:14
Hallo,
es hat bei Dr. piela immer so um die 5€ gekostet.
Frostmourne
23.01.2003, 11:17
wie lang hat es ca gedauert bei dir weil bei mir is es schon sehr dringend dachte zuerst das es nur so nix fressen will aus irgendwelchen gründen rachitis is auch ausgeschlossen zu 90%.
ausserdem ist es fast die ganze zeit nur braun oder komplett schwarz was bedeutet das ?obwohl ich nie beim terrarium war
temp und luftfeuchte is normal
Hallo Österreicher!
Österreichische Tierärzte für Reptilien:
·Praxis: Gsodam, Klaus, Am Schöpfwerk 29/Stg. 6, A-1120 Wien, Tel.: 0043-6670364
·Praxis: Neuboeck, Dr., Ulrike, Koppstr. 14, A-1160 Wien
·Praxis und Pathologie: Hochleithner, Dr., Manfred und Mag. Claudia, Mühlweg 5, A-1210 Wien, Tel: 0043-12922223
·Praxis: Meyer, Dr., Jean, Paulapromenade 20, A-9500 Villach, Tel: 0043-4242-582727
Mußte mal gucken, ob die noch alle aktuelle Telefonnummern haben.
MfG, Adolf
SaschaGy
23.01.2003, 12:29
Frostmourne wrote:
wie lang hat es ca gedauert bei dir weil bei mir is es schon sehr dringend dachte zuerst das es nur so nix fressen will aus irgendwelchen gründen rachitis is auch ausgeschlossen zu 90%.
ausserdem ist es fast die ganze zeit nur braun oder komplett schwarz was bedeutet das ?obwohl ich nie beim terrarium war
temp und luftfeuchte is normal
Tu doch bitte mir und allen anderen einen Gefallen und setz mal ein paar Punkte und Kommas und schreib die Satzanfänge groß. Da wird einem ja beim Lesen schwindlig....
MfG Sascha
Frostmourne
23.01.2003, 12:44
brauchst tabletten gegen schwindel ?
Wolfgang Bischoff
23.01.2003, 12:58
Frostmourne wrote:
brauchst tabletten gegen schwindel ?
Lieber "Frostmourne",
durch blöde Antworten wird's auch nicht besser. Mir wird bei der "Lektüre" Ihrer Texte nicht nur schwindelig, oft kommen mir auch die Tränen.
Ist es Ihnen nicht peinlich, wenn Sie immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden?
Wolfgang Bischoff
Hy Frost von wo bist du den genau aus Ö?
Ich bin aus OÖ und da kann ich dir ärtze empfehlen!
Eine Kotprobe bei meinem Tierarzt dauert höchstens einen tag (kommt drauf obs stress hat) und falls parasiten auftreten schickst sie das sofort ins labor!
Eine kotprobe untersuchung kostet bei uns knappe 15 euro (frechheit)
meine meiung du kennst doch sicher jemanden der ein auto hat, oder ein familienmitglied kann dich doch sicher zum tierarzt fahren oder? Im notfall gibt es auch bus und zug!
Wie meinst du dein Tier wird immer schwächer?
lg biene
Frostmourne
23.01.2003, 15:23
Mit immer Schwächer meine ich : Hat oft die Augen zu leichter in Stress zu versetzen und zeitweise nur mehr Schwarze Färbung !
Habe vor einer Stunde bei einer Tierärztin in Wien angerufen die sich mit Chamäleons auskennt, nach den Symptomen her dürfte es eine ordentliche Infektion sein und bereits zu spät aber probieren soll ich es trotzdem wer weiss, es gibt ja noch Wunder !
Das einzige Problem ist nur noch mein Chef das ich morgen wegkann, am Nachmittag aus der Arbeit.
Woher ich genau komme ?Aus NÖ und die Tierärztin die mir kompetent erschien aus Wien !
Nur mit der Kotprobe is es kritisch da ich schon seit 3-4Tagen auf Kot warte ist keine Probe mehr möglich !
Familie ?Schwer sind selbstständig und immer beschäftigt !
@herr bischof
gut genug artikuliert ?
@Kevin Becker:
Hey- noch ein Anhänger von Dr. Opiela! Diesen TA habe ich schon ein paar Mal weiterempfohlen, weil ich bisher sehr zufrieden mit ihm war. Das sein Labor nebenan ist, ist ein gewichtiger Vorteil. Nur passen die gängigen Kotproberöhrchen nicht durch seinen Briefkastenschlitz *ggg*.
@all:
Sorry für Off- Topic.
Wolfgang Bischoff
23.01.2003, 19:15
Frostmourne wrote:
@herr bischof
gut genug artikuliert ?
Na, jedenfalls schon deutlich besser :)
Mit ein bisschen Mühe und gutem Willen wird es eines Tages richtig gut :D
Wolfgang Bischoff
Frostmourne
24.01.2003, 17:11
dankeschön :)