PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : in den bananen gefunden...


Dopemaster
26.12.2003, 10:07
vor etwas einem monat rannte eine angestellte des örtlichen früchtemarktes aufgeregt zum zoohändler...in einem schuhkarton hatte sie einen bündel bananen und darauf eine spinne sitzen. wie alle findlinge und unerwünschten tiere in diesem laden hat sie dann den weg zu mir gemacht. leider konnte ich bisher kein foto machen, werde sie aber beschreiben. ich denke eher das es sich um eine einheimische art handelt die zufälligerweise bei den bananen war..jedoch sieht sie schon eigentümlich aus:
das abdomen ist ca 3.5 cm lang und hat eine ovale form, der carpax hat ca einen 2cm durchmesser und ist rund und eher abgeflacht, der augenhügel ist eigentlich ähnlich wie bei vogelspinnen nur sind die augen im verhältnis etwas grösser (jedoch nicht so gross wie z.b. bei springsinnen). die beine sind verhältnissmässig eher dünn geraten und in ruhestellung seitlich zum körper, gestreckt ausgerichtet (nicht "rund u mden körper") ich hoffe ihr versteht was ich meine. die beine und carpax sind ein dunkles cremefarben,fast nicht behaart. das abdomen ist deutlich heller...hellcreme :)
die giftklauen zeigen gegeneinander und nicht nach hinten wie bei vogelspinnen und ihr gift scheint mir sehr potent..jedenfalls erbeutet sie grillen von fast selber grösse (hab ich ihr angeboten nach dem sie die kleinen nicht wollte) und tötete sie binnen 1-2 sekunden.
aufhalten tut sie sich meistens an den wänden der grossen faunabox wo sie grad drin ist. den boden (blumenerde) scheint sie zu meiden, selbst beim beutefang. ausser ein paar dünnen, ziehllosen fäden macht sie bissher kein netz
ach ja mir ist eingefallen das die spinnwarzen kaum zu sehen sind..sind eigentlich nur "knubbel"
nun hat sie vor 1 woche ein kokon gemacht welches sie zwischen den tastern trägt...es ist von der form her wie ein ufo (also keine kugel) und ist seither bei einem kumpel weil ich mich nicht auch noch um das kümmern kann, werde sie jedoch bald zurückholen.
ich hoffe das ihr mir auch ohne foto irgendwie helfen könnt.

[Editiert von Dopemaster am 26-12-2003 um 12:30 GMT]

Gordon
26.12.2003, 16:47
Bei der von Dir beschriebenen Grösse kann man wohl ausschliessen, dass es eine einheimische Art ist.

Da sie kein Netz baut und relativ giftig zu sein scheint, kann man nicht ausschliessen, dass es ev. tatsächlich eine Bananenspinne (Phoneutria) ist. Wie der Name sagt, sind die durch solches auftauchen bekannt. In diesem Falle wäre höchste Vorsicht angebracht. Ist aber schwer zu sagen, vielleicht kennt sich jemand etwas besser aus...

Sieh mal hier nach, und gib in der Datenbank Phoneutria ein. So gelangst Du auch zu einigen Bildern:

http://www.toxinfo.org/frameset.php?inhalt=menu.php%3Fclass%3D2&hauptframe=/tier/index.html

Weiss man denn, von wo die Bananen kamen?

Dopemaster
26.12.2003, 18:19
woher die bananen kamen hat man leider in der hektik vergessen, aber die nette frau vom früchtemarkt hat ihr bananen reingetan damit sie was zu fressen hat :) daran wurde wenigstens gedacht hehee
wenn ich mir so die bilder anguck...kann gut sein das es so eine ist! werd mir noch mehr bilder suchen aber von den gesehenen entspricht sie am meisten ph. keyserlingi.
die beinbehaarung ist zu 100% identisch, die farbe auch. leider ist das abdomen nicht gut zu sehen, sollte das muster bei allen jedoch ähnlich sein hat sie so eins.
hmmm
woher aus der schweiz biste wenn ich fragen darf?

[Editiert von Dopemaster am 26-12-2003 um 20:43 GMT]

Gordon
26.12.2003, 20:26
Na das wäre ja ein schönes Findelkind. Du hast hoffentlich nicht nur die Bilder auf dem von mir angegebenen Link gesehen (...gefährlichste Spinne Amerikas).

Ich bin aus dem Aargau, nähe Kantonshauptstadt. Wieso, auch Schweizer?

Dopemaster
27.12.2003, 09:08
habe mir noch einige andre bilder dazu angeschaut...werde sie schnellstmöglich zu mir holen um zu fotografieren.

bin aus bern

Gordon
27.12.2003, 11:40
Mach das, ein Foto würde mich interessieren. Und wenn dann aus dem Kokon was wird, wär ich auch interessiert... Wenn es wirklich eine Phoneutria ist, musst Du aber darauf vorbereitet sein, dass die Jungen winzig klein sind. Also den Kokon in einem Behälter aufbewahren der kaum oder gar keine Öffnungen besitzt...

Dopemaster
27.12.2003, 13:42
weil ich auf die aufzucht von (kleinst)spinnen nicht vorbereitet bin habe ich sie ja auch temporär zu nem bekannten gegeben...der züchtet auch div. VS. der sollte das schon packen. identifizieren kann er sie leider auch nicht :(

Heike 2
29.12.2003, 18:00
Hallo zusammen,
bin ganz erstaunt, über diesen Beitrag !!!
Vor 2-3 Jahren haben wir auch eine ca. 1cm-große Spinne mit Netz oder halben Kokon in einer verschweißten Tüte mit Bananen aus dem Supermarkt gefunden.
Die Kinder haben sie in ein Schraubglas getan und auch mal mit gefangenen Fliegen gefüttert.
Die Spinne ist aber nach ca. 2 Wochen, ich nehme an, vertrocknet.
Habe garnicht daran gedacht, daß es eine giftige Vogelspinne sein könnte. :o(
Da waren wir aber sehr naiv.
Mir ist nur aufgefallen, daß sie rötlich und anders geformt war, wie unsere Heimischen. Die Beine standen irgendwie "eckiger" ab.

Gruß - Heike

Gordon
29.12.2003, 19:00
Vorsicht, hier geht's nicht um Vogelspinnen. Diese sind bekanntlich verhältnismässig harmlos...

Sambava
05.01.2004, 11:19
oh mann, und ich dachte immer, solche stories à la "spinne in der yuccapalme" passieren immer nur einem bruder eines freundes eines bekannten... aus erster hand hab ich das noch nie gehört. hoffentlich sind die anderen einschlägigen gruselgeschichten wenigstens nicht alle wahr!

Yidaki
06.01.2004, 09:39
Hi @all!

Vor ungefähr drei Jahren war ich mal wieder bei der monatlichen Vogelspinnenbörse in Bochum. Auf dem Tisch eines Bekannten lief auf einmal ein kleine, flinke und ganz und gar nicht scheue, sondern aggressive Spinne entlang und alle Umstehenden (außer mir) gingen einen Schritt nach hinten. Ich selber dachte mir nichts dabei, bis ein anderer Bekannter, der sich ziemlich gut auskennt meinte, daß dieses Exemplar doch evtl. ziemlich giftig sein könnte...

Wo die Spinne herkam, konnten wir nicht herausfinden. Nils Belker hat sie mitgenommen und wollte sie bestimmen. Was daraus geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Soviel zum Thema Gruselgeschichten.