Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spinne und Bissauswirkung?
][truba][
05.07.2003, 16:13
Hallo, ich kenne mich leider nicht mit Spinnen aus. Mir hatt ein Freund ein Bild im Internet gezeigt. Ich glaube kaum das das so stimmt und wenn ja wäre das wirklich eine unschöne Sache aber ich bin mir sicher ihr könnt mir da helfen. Da ich aber mal Wissen wollte was ihr von dem Bild haltet (Was ist das für eine Spinne und stimmt das nachfolgende wirklich oder ist das "gefaked"?)
http://members.aon.at/spichle7/Spinnenbiss.jpg
Ich hab auch nicht viel Ahnung von Spinnen, aber eine derartige Gewebezersetzung habe ich bis jetzt nur bei Bildern von Schlangenbissen gesehen.
Dennis
Hallo, hab mich mal ein wenig schlau gemacht.
Bei den Bildern scheint es sich wohl doch um Originale zu handeln, also keine Fakes.
Bei der Spinne handelt es sich wahrscheinlich um eine Violinespinne (Loxosceles reclusa).
Die Beschreibung der Bissauswirkungen passt auch zu den Bildern.
Hier die Links:
http://www.gifte.de/loxosceles_reclusa_bild01.htm
http://home.tiscali.nl/~ldvdberg/duiviolinespinne.htm
Hoffe das das soweit passt, was ich recherchiert habe.
Dennis
Hi @all!
Ob die Bilder gefaket sind, kann ich nicht sagen (zumindest die letzten beiden sehen heavy aus...), aber ich weiß von Tieren aus der Klasse der Arachnida, die Toxine einsetzen, die eine Gewebsnekrose hervorrufen können. Wie groß das Ausmaß sein kann, weiß ich nicht.
tejubensch
05.07.2003, 22:45
hi,
1995 hab ich mal in kalifornien so eine gefangen. in einem mittelmässigen bestimmungsbuch stand damals, daß das tier extrem giftig ist. leider weis ich nicht mehr was für ein buch in englischer sprache das war.
das exemplar welches ich gefangen hatte war aber sehr unscheinbar und ich hätte nie gedacht, daß ein biss solche folgen haben könnte. falls ich jemals da wieder hinkomme bin ich bestimmt etwas vorsichtiger:).
gruß bensch
grafzahl
06.07.2003, 14:44
Anstatt 2 Wochen lang Bildchen zu machen und mir einen Bindfaden um den Finger zu wickeln, wär ich mal zum Arzt gegangen...
AlanGrant
06.07.2003, 14:48
Einige Spinnenarten haben ein sehr starkes Gift. Zum Teil töten sie aber auch unabsichtlich, wie der Komodowaran eben nicht durch Gift.
Dämlich, das auch noch zu dokumentieren.
Schöne Grüße
Matthias
Ich weiss nicht,aber wie blöd muss man sein so lange nicht zu Arzt zu gehen wenn man über die Folgen bescheid weiß.Ich glaub kaum das der Finger wieder normal wird.
NFG Mathieu
[Edited by Moed on 08-07-2003 at 19:26 GMT]
Letztes Bild, im Hintergrund. Sieht mir ganz nach einer Arztpraxis aus??
Max
Aber ein bissl spät, oder?
Dazu am Rande:Es wird gerne vergessen, daß wir auch in Deutschland eine Giftspinne haben, deren Biß im Ausnahmefall sogar zum Tode führen kann: Cheiracanthium punctorium (Ammen-Dornfinger)-der sieht dem abgebildeten Tier sogar etwas ähnlich-darum komme ich drauf..
Der Biß ist sehr schmerzhaft, die Schmerzen dauern Tage bis Wochen an. Lähmungen und Schüttelfrost sind häufig, Todesfälle selten.
bei uns gibts das Vieh nur an klimatisch begünstigten Orten (Brandenburg, Kaiserstuhl). Aber schon in Frankreich habe ich Wiesen gefunden, wo das Tierchen die häufigste Spinnenart ist.
Gruß an alle Arachnophoben
Ingo
Jesssy1107
09.07.2003, 07:44
Ich kenne mich zwar kein bischen mit Spinnen aus,
(um ehrlich zu sein, ich renne schreiend weg wenn ich eine sehe, ausser bei den kleinen)
aber ich habe mal eine Reportage auf Discovery gesehen, bei der es um Spinnen in Amerika geht, dabei war auch diese Spinne zu finden.
Soweit ich mich errinnern kann, ist das eine der giftigsten Spinnen, die es in Amerika gibt.
Dort wurde auch jemand gebissen, und die Folgen des Bisses wurden gezeigt...und der Verlauf sah genauso aus, wie bei diesen Bildern.
Liebe Grüsse
Jessy
Miss Meyer
09.07.2003, 12:12
Da haste Recht Ingo! Musste ich auch dran denken, denn den Dornfinger gibts hier noch häufig. Allerdings findet man ihn oft nur, wenn man sucht. Die Weibchen sitzen oben an Halmen in ihrem Brutgespinnst und man muss schon lange pulen, bevor man sie herausbekommt. Die häufigsten Bisse kommen bei dummen Stadtmenschen auf dem Land vor! :D Sie finden es so schön beim Laufen / Radeln / Autofahren mit der Hand über die Gras- / Getreidehalme zu streichen... :D Und da sitzen die kleinen Biester dann! :p
Mein Professor hat auch mal den Selbstversuch gewagt und hatte eine gute Woche lang einen tauben, schmerzenden Arm. Ist aber auch kein Wunder, bei DEN Cheliceren! :D
Liebe Grüße
Missi :)
P.S. NEIN Ganossa, ich weiss nicht wie man die hält und werde dir auch keinen schicken! :p (Schon mal vorsorglich... :D )
AlanGrant
09.07.2003, 12:43
Einem Freund von mir ist es mal passiert, dass er beim Rasenmähen in seiner Hecke eine Schwarze Witwe gefunden hat. Die schien wohl irgendwo geflohen zu sein.
Grüße
tejubensch
09.07.2003, 14:42
ich glaube bei galileo (pro7) kam mal ein bericht, daß die schwarzen witwen nach belgien eingeschleppt wurden. belgien ist ja nicht so weit weg und wenn die da überleben/vermehren warum auch nicht in deutschland? wieviel dran ist weis ich aber nicht.
AlanGrant wrote:
Einem Freund von mir ist es mal passiert, dass er beim Rasenmähen in seiner Hecke eine Schwarze Witwe gefunden hat. Die schien wohl irgendwo geflohen zu sein.
Grüße
Ach Missi, das ist aber schade! Trotzdem nett, das du an mich denkst!
ICh weiss nur, das ich auch eine Schwarze Witwe in meinem Wohnzimmer gefunden habe und mich da lieber nicht beissen lasse! ISt aber doch interessant zu beobachten!
Terciopelo
09.07.2003, 22:12
Hi,
die abgebildete Spinne ist tatsächlich eine Loxosceles sp.. In beiden meiner Gifttierbücher (Mebs:Gifttiere; Habermehl:Gifttiere und ihre Waffen) ist sie erwähnt. Anscheinend ist eine Phospholipase der Hauptbestandteil des Giftes. Ein Enzym, daß Zellmembranen auflöst und so nekrotisch wirkt. Der Biß soll nur selten zum Tod führen und zwar dann, wenn es zu einer Hämolyse im Verlauf der Vergiftung kommt. Aber sieht auf jeden Fall unangenehm aus. Besser Finger weg!:-)
daniel.hofer@span.ch
10.07.2003, 11:57
Die Bilder habe ich bereits vor etlichen Wochen zugemailt bekommen. Ich habe sie mit
einem Arzt besprochen - es handelt sich um
eine klassische Sekundärinfektion da der Herr wahrscheinlich die Bisswunde nicht desinfizierte und Bakterien in die Wunde gerieten. Der sich einstellende Wundbrand
ist nicht auf das Spinnengift zurückzuführen.
Ingo: Wo hast Du das her, dass es bei Bissen der Dornfingerspinne bereits Tote gegeben hat? In meiner Spezialliteratur (Immerhin das teure Ärztehandbuch für Gifttierunfälle) wird nichts derartiges berichtet.
Hi Daniel,
wenn ich mich recht entsinne enstammt diese Info einem alten KOSMOS Bericht über die Art. Bin mir aber nicht sicher und ich weiß nicht, ob aus den 20er, 30er, 40er oder 50er Jahren.
Bitte verlang nicht, daß ich das nachblättere.
Ich halte das auch für eher unwahrscheinlich-es sei denn, da reagiert jemand allergisch.
Gruß
Ingo
daniel.hofer@span.ch
11.07.2003, 17:32
Na also! In der gängigen Literatur wird
jedenfalls nicht mehr darauf hingewiesen
dass die Dornfingerspinne so gefährlich
sei - Tote sind überhaupt nichtverbrieft
und gab es wohl nie. Das Vieh ist weit
weniger gefärlich als jede Wespe oder Biene.
Hallo, die nachstehende Info habe ich gestern gefunden. Möglicherweise stammt die Nekrose doch direkt vom Biß ("Loxoscelism" )
Gruß
Wolfgang
http://www.toxinfo.org/frameset.php?inhalt=menu.php%3Fclass%3D15&hauptframe=/about/index.html
Loxosceles sp
Erstellt Tox Mü Wagner Ph. / Kleber J.J. 1.1998
TOXIKOLOGIE
-- eine der giftigsten Giftspinnengattungen mit hoher Er-
krankungsrate in betroffenen Gebieten
-jede LOXOSCELES Art ist als hochtoxisch anzusehen
-- Biß mit Schmerzintensität eines Mückenstiches (daher oft
nicht wahrgenommen); erst nach Std. Schmerz, Entzündung,
später Nekrose ("Loxoscelism" ) + systemische Wirkungen
--
VORKOMMEN: theoretisch überall
-endemisch: temperierte/tropische Gebiete Nord-, Mittel-
Südamerikas, Karibik, Afrika; Mittelmeergebiet, Süd-
europa; Australien, paz.Inseln, Asien (Türkei bis Japan),
Finnland (1)
-BISSORT: Bißunfälle im Wohnbereich (Loxosceles z.B. in
Kleidern od. Bett u.ä.); Spinne beißt nur, wenn sie
nicht entkommen kann (z.B. in Kleidung) (1,3)
-- DIFFERENTIALDIAGNOSE von Spinnenbissen mit Hautnekrose
Cheiracanthium sp <frameset.php?genic=CHEIRACANTHIUM+SP> (aus USA, Südafrika, Austarlien)
Tegenaria agrestis <frameset.php?genic=TEGENARIA+AGRESTIS> (nur Arten aus USA "Hobo spider")
Lampona cylindrtata (Australien)
SYMPTOME
-- LOKAL: initial oft keine Schmerzen; oft kommt Pat. erst
nach 12-36 h zum Arzt
-nach 2-8 h starke Schmerzen + Schwellung , lokale Zyan-
ose, Urtikaria, Hautnekrosen, Lymphangitis (schlechtere
Prognose), Zellulitis, Ödem, Erythem;
-nach 12-24h Blasenbildung (evtl. hämorrhagisch), zen-
trales Abblassen des Erythems, Beginn einer unregelmäßig
begrenzten Nekrose in 24-48h (1) zur trockenen Nekrose
in 7d; unter Nekrose oft große Ulzeration, die für 4-8
Wo. erhalten bleibt, schlecht heilt schlecht, immer wie-
der aufbricht, bis es vernarbt; öfters bei Ulcus Nerven-
schäden, Muskelnekrose, hyalinisierende Panniculitis.
bei Biß in Stamm häufiger Abszeßbildung (3)
-- SYSTEMISCHE
SYMPTOME nach 24-48h (4)
-ALLGEMEIN: Muskel- Gelenk und Knochenschmerzen, Fieber,
Schüttelfrost, Hautrash, selten Hämolyse, Schock, siehe
unten(4)
-LABOR: Methämoglobinämie in 20% über 4%, Leukozytose,
selten Hämolyse
(24-72h bis 2-3d nach Biß); Thrombopenie, DIC (1); Bili-
rubinämie, Proteinurie;
beim seltenen viszerokutanen Loxoscelismus innerhalb 24h
nach dem Biß (Hämolyse, DIC, Thrombozytopenie) (3).
-SONST: akutes Nierenversagen durch Hämolyse (3); Fieber,
fein-makulärer, generalisierter Hautausschlag (1),
sehr selten Myelitis (4)
THERAPIE
-- BEOBACHTEN: jeden Verdachtsfall 3d nach Biß klin. beo-
bachten (große Latenzzeit!) [Hämolyse, Gerinnungsstatus
Proteinurie, Elektrolyte, Nierenfunktion (3)]
Beobachten der Nekrosenausbreitung; Bakteriologie vom
Wundexsudat
-TETANUSIMPFUNG
-- LOKAL
THERAPIE: Ruhig + hochlagern betroffene Extremität
evtl. antibiotische Behandlung;
-- SYSTEMISCHE
THERAPIE
-hyperbarer Sauerstoff [2x/d 60-90 Min. 2-2,8Atü führte
zu Heilungsverbesserung auch noch Tage nach Biß (3)]
-frühe chir. Exzision wird kontrovers diskutiert (1,3)
-Glucocorticoide systemisch + lokal waren unwirksam(1,3)
DAPSON <frameset.php?genic=DAPSON-FATOL+TABLETTEN>(Inhibition Granulozyteneinwanderung): 50-(100)
mg2x/d über 2-3Wo. grenzte Wundläsion ein (3), [nicht
bei GLD-6-Mangel, häufig Nebenwirkungen bei Überdosis]
-- ANTIDOTE: Antiveningabe mit unsicherer Wirkung
-Soro antiaracnidico polivalente: Inst.Butantan, Sao
Paulo Brasilien;
-Soro antiloxoscelico (Immunisierung mit L.reclusa):
Inst. Butantan, Sao Paulo Brasilien;
-Suero antiloxoscelico: Institutos Nacionales de Salud,
Lima, Peru. (1,3)
-INDIKATION: Wirksamkeit enttäuschend (evtl. wegen später
Gabe erst nach 24-36h) (1,3)
In Brasilien im Hospital Vital oft Antivenin [kutane
Form 5Amp. i.v., bei viszerokutane Form 5-10 Amp.(3)
TOXIN
Der genaue Wirkmechanismus ist unbekannt, jedoch konnten einzelne Wirkungen abgegrenzt werden: Sphingomyelinase D wirkt an der Hautnekrose mit. Die lokale Vaskulitis und die Nekrose kommen durch neutrophile Granulozyten zustande (chemotaktisch wirkende Giftstoffe?). Komplementreaktion ist offenbar nicht beteiligt.(3)
BESCHREIBUNG
Loxosceles kann NUR VON FACHLEUTEN identifiziert werden. Viele einheimische Arten ähneln ihr, so daß die Symptome oder die asservierte Spinne mehr Aufschluß geben können als die Beschreibung.
Körperlänge: 0,8-1,5 cm; Beinlänge: 1,8-3 cm; Loxosceles hat nur 6 Augen (selten bei einheimischen Spinnen); Farbe blaßgelb bis dunkelbraun. Je nach Art evtl. dunkle violinenförmige Zeichnung auf dem Cephalothorax; Beine lang und dünn (v.a. Männchen), wirken "nackt"; Spinne nachtaktiv.
Netze dieser Spinnen sind irregulär gebaut, flächenförmig. Sie werden auf dem Boden, in Löchern, unter Steinen, unter Baumrinde und im menschlichen Wohnraum (z. B. in Ecken und Spalten) gebaut. (1,3)
VORKOMMEN
durch Verschleppung heute ubiquitär, v.a in temperierten bis tropischen Gebieten Nord- Mittel- und Südamerikas und Karibik, Afrika, Naher Osten, Südeuropa, südliche GUS-Staaten, Südostasien, Australien, pazifische Inseln; auch Finnland (1).
SYNONYME
Brown Spider; Violin Spider; Fiddle Back; Fiddle Back Spider; Recluse Spider; Brown Recluse Spider; Braune Spinne; Arana de los rincones; Arana homicida; Aranha marrom; Speispinnen;
Da fällt mir was ein..für Wolfgang:
http://www.petbugs.com/caresheets/P-fera.html
http://homepage.ntlworld.com/spydawebb/pic21.html
http://hem.spray.se/minax/galleri/bilder/phoneutria_closeup.jpg
Gruß
Ingo
[Edited by Ingo on 15-07-2003 at 13:17 GMT]
Oh jeh,
und ich habe noch der Petra demonstriert (Lederhandschuh am Gürtel und nicht an der Hand), wie einfach man diese aggressiven großen Spinnen mit einem Grashälmchen aus dem Loch kitzeln kann.
Aber wir hatten ja immer ein Zweite Hilfe Set (Flasche Guar) im Gepäck :D
*lacht*
Ein Superfake! Nekrosen werden soweit fortgeschritten nicht vorkommen. Eine befreundete Maskenbildnerin hat folgenden Satz zu den Fotos parat: Der Anfang ist gut gelungen, aber leider ist bei den letzten Bildern der Hintergrund drauf ...! Das entspricht keiner Arztpraxis :-)
Das würde auch erklären warum die Nekrose abrupt vorm Nagel in einer geraden Linie aufhört.. ;-)
Ich finde die Verletzung sehr gelungen,besser als die Verletzungen in jedem Horrorstreifen...
MFG Mathieu