 |  | | | - 3. Was ist für das Bartagamenterrarium zu beachten?
-> Größe, Bodengrund, Bodenheizung, Wasserschale, Futterschale,
Äste, Steine, künstliche Rückwänd, Beleuchtung, Temperaturen, relative
Luftfeuchtigkeit
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| Grundlageninfos Bartagamen: |
| 1. Was ist vor der Anschaffung zu beachten / bedenken? |
1.1 Kosten
Zunächst einmal sollte man hier zwischen Anschaffungskosten, also
einmaligen Kosten, und laufenden Kosten unterscheiden. Zu den
Anschaffungskosten zählen das Terrarium, die Beleuchtung,
Einrichtungsgegenstände, Baumaterial für die Rückwand und natürlich die
Kosten für das Tier selbst. Zu den laufenden Kosten zählen in erster
Linie die Strom- und Futterkosten sowie die regelmäßigen Untersuchungen. |
Terrarium: |
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| Glasterrarien bieten dagegen den Vorteil
der leichteren Reinigung, was vor allem für Quarantänebecken wichtig
ist. |
Beleuchtung: |
Auf die optimale Beleuchtung wird an anderer Stelle noch detailliert
eingegangen. Daher wird hier nur kurz der Kostenaspekt "beleuchtet":
Eine geeignete UV-Leuchte ("Osram Vitalux" oder Mischlichtstrahler
"Power Sun" o.ä.) kostet in der Regel zwischen 30,- € und 50,- € und
sollte nicht gebraucht gekauft werden, da die UV-Abgabe mit der Zeit
nachlässt.
Die zur Grundausleuchtung empfohlenen Halogenmetalldampflampen (HQI/HCI
der Marke Osram, CDM von Philips) hingegen bekommt man oft beim
bekannten Internetauktionshaus relativ günstig gebraucht. Der Preis für
einen neuen Brenner beträgt ca. 10,- bis 20,- €.
T5-Leuchtbalken kosten je nach Länge/Wattzahl zwischen 60,- € und 80,-
€ ohne Leuchtmittel. T8-Lichtleisten sind günstiger, weisen jedoch in
der Regel eine geringere Lichtausbeute auf. Spots (handelsübliche
Spotstrahler oder Halogenspots) für Wärme-/Sonnenplätze liegen
preislich bei wenigen Euro.
Um einen möglichst fließenden Übergang zwischen dunkel und hell zu
gewährleisten, sollten die einzelnen Leuchten über Zeitschaltuhren
betrieben werden. Diese sind im Baumarkt für einige Euro erhältlich
.
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Bodengrund: |
| Für den Bodengrund aus einem Sand-/Lehmgemisch eignet sich
fungizidfreier Spielkastensand aus dem Baumarkt (ca. 2,- €/25 kg).
Lehmpulver ist im Internet für ca. 1,- €/kg erhältlich. Für ein
Terrarium mit den oben genannten Mindestmaßen benötigt man ca. 150 kg
Sand sowie etwa 30 kg Lehmpulver. So entstehen Kosten in Höhe von ca.
45,- €.
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Rückwand: |
| Eine selbstgestaltete Rückwand aus Styropor/Styrodur mit einem
mehrschichtigen Auftrag aus Flex-Fliesenkleber kostet etwa 40,- € an
Baumaterial, eine Epoxydharzbeschichtung schlägt noch einmal mit 20,- €
bis 30,- € zu Buche. Auch hier findet man im Internet und in der
Fachliteratur viele ausführliche Bauanleitungen, oft auch mit
Kostenangaben und detaillierten Fotos von den einzelnen Bauschritten.
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Einrichtungsgegenstände: |
Unabdingbar sind ein Thermometer (besser zwei) sowie ein Hygrometer zur
Messung der relativen Luftfeuchtigkeit. Oft erhält man im Fachhandel
auch kombinierte (analoge) Geräte. Die Kosten hierfür belaufen sich auf
10,- € bis 20,- € - je nach Modell. Für digitale Messgeräte muss mehr
kalkuliert werden.
Futter-/Wasserschalen sind günstig im Fachhandel oder auch im Internet
erhältlich, die Preise liegen im einstelligen Bereich. Äste, Steine o.
ä. sammelt man gratis im Wald, hier sollte aber darauf geachtet werden,
dass das Holz nicht morsch ist. Geltende Naturschutzbestimmungen sind
auch hierbei zu beachten
.
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Strom: |
| Die Stromkosten machen nach der Anschaffung sicher den Löwenanteil der
laufenden Kosten aus. Bei einem täglichen Verbrauch von ca. 4 kWh und
einem Bruttostrompreis von etwa 0,20 €/kWh ergibt sich ein
Jahresstrompreis von 300,- € bei einer durchschnittlichen
Beleuchtungsdauer von 12 Stunden und einer Winterruhe mit
Minimalbeleuchtung von etwa zwei Monaten Dauer.
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Tierarzt: |
| Tierarztkosten sind schwer zu beziffern, für die reguläre Kotprobe die
1- 2 x jährlich vorgenommen werden sollte, fallen in der Regel ca. 10,-
bis 20,- € pro Probe an.
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Tierärzte, die regelmäßig an den Fortbildungen der DGHT teilnehmen:  |
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1.2 Alter |
Für Einsteiger empfiehlt es sich, ein nicht zu junges Tier (ab einem
Alter von 3 - 4 Monaten) zu erwerben, da gerade die Aufzucht sehr
junger Tiere ungleich schwieriger ist und Anfängerfehler schnell zu
ernsthaften Problemen oder dem Tod des Tieres führen können.
Das Tier
sollte sich in einem guten Allgemeinzustand befinden, unter mehreren
Tieren sollte immer das kräftigste Tier gewählt werden. Mit einem aus
Mitleid gekauften "Kümmerling" ist niemandem geholfen. |
1.3 Quarantäne
Jeder Neuzugang sollte mindestens 6, besser 8 Wochen in einem
Quarantäneterrarium mit minimaler Ausstattung beobachtet werden, um
evtl. vorhandene Parasiten behandeln zu können. Nach zweimaliger
negativer Kotprobe kann das Tier dann in das eigentliche Terrarium
umziehen.
Wenn bereits Tiere vorhanden sind, darf der Neuzugang
keinesfalls ohne Quarantäne mit den anderen Tieren zusammengebracht
werden, da sonst u.U. der ganze Bestand infiziert wird. |
1.4 Regelmäßige Untersuchungen
Eine Kotprobe sollte 1 - 2 x pro Jahr, auf jeden Fall jedoch vor
Einleiten der Winterruhe vom Tierarzt oder einem Fachlabor (z. B.
Exomed, Berlin) auf Endoparasiten untersucht werden, ein Befall mit
Endoparasiten gleich welcher Art muss die Bartagame unbedingt in
Absprache mit dem Tierarzt behandelt werden.
(Abschnitt 1: Sabine Durante)
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| 2. Wie und wo stellt man ein Terrarium auf? |
Das Terrarium sollte in einem weniger stark frequentierten Bereich
aufgestellt werden, um die Tiere nicht unnötig zu stressen. Unbedingt
muss darauf geachtet werden, dass kein direktes Sonnenlicht in das
Terrarium fällt, da sich das Terrarium besonders im Sommer sonst
schnell und unkalkulierbar aufheizen kann. Ebenso sollte Zugluft
vermieden werden.
(Abschnitt 2: Sabine Durante)
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| 3. Was muss ich bei einem Bartagamen-Terrarium beachten? |
Bartagamen sind Steppenbewohner, dem muss im Terrarium in Bezug auf
Licht, Wärme und Luftfeuchtigkeit unbedingt Rechnung getragen werden.
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3.1 Größe
Die Terrariengröße sollte für ein einzelnes Tier mindestens 150 x 80 x
80 cm betragen. Für jedes weitere Tier muss die Grundfläche um ca. 15 %
erweitert werden. Für eine 1,2-Haltung sollte die Grundfläche also
schon 1,6 m² betragen. Wichtig ist auch, den Tieren ausreichend
Laufmöglichkeiten zu bieten. Daher sollte das Terrarium genügend freie
Bodenflächen aufweisen und nicht übermäßig "vollgestellt" sein.
Eine
gut strukturierte Rückwand mit Liegeflächen erhöht zusätzlich die
Grundfläche des Terrariums und bietet den Tieren
Aufenthaltsmöglichkeiten. Ideen und Bauanleitungen für die Gestaltung
einer Rückwand findet man in einschlägigen Fachbüchern oder
-zeitschriften.
Auf ausreichend große Belüftungsflächen muss auf jeden
Fall geachtet werden. OSB-Terrarien bieten hier den Vorteil, dass
Belüftungsflächen leicht erweitert werden können.
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3.2 Bodengrund
Der Bodengrund sollte aus einem Sand-/Lehmgemisch bestehen und
mindestens 20 - 25 cm hoch eingefüllt werden, da viele Bartagamen gerne
graben. Auf teuren Spezial-Terrariensand kann verzichtet werden,
fungizidfreier Spielkastensand aus dem Baumarkt erfüllt seine Zwecke
genauso und wird von vielen Haltern verwendet. Die Beimischung von
Lehmpulver im Verhältnis ca. 5:1 bis 10:1 zugunsten des Sandes ist
notwendig, um das Gemisch grabfähig und stabil zu halten.
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3.3 Bodenheizung
Eine Bodenheizung ist im Bartagamenterrarium komplett überflüssig und
sollte nicht verwendet werden. Wenn die erforderlichen Temperaturen
nicht erreicht werden, muss die Beleuchtung optimiert werden.
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3.4 Einrichtungsgegenstände
Ein gut strukturiertes Terrarium mit Kletter- aber auch
Rückzugsmöglichkeiten bietet den Tieren Abwechslung. Dennoch sollte
darauf geachtet werden, dass genug Lauffläche auf dem Boden verbleibt.
Bartagamen sind Lauerjäger und beobachten ihre Umgebung gerne aus
erhöhter Position.
Eine gestaltete Rückwand mit zusätzlichen
Liegeflächen oder Plateaus ist daher auf jeden Fall zur Verfügung zu
stellen. Äste, Steine und andere Einrichtungsgegenstände müssen so
angebracht werden, dass nichts verrutschen oder umfallen sowie nicht
untergraben werden kann.
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3.5 Beleuchtung
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Bartagamen brauchen unbedingt viel Licht, unser subjektives
Helligkeitsempfinden kann täuschen und ist daher unmaßgeblich. Im
Zoohandel werden die unterschiedlichsten Leuchtmittel angeboten, hier
ist jedoch Vorsicht geboten. Nicht jede Lampe, auf deren Packung ein
hübsches buntes Reptil abgebildet ist, hält auch, was sie verspricht!
Generell sollte versucht werden, mit der Beleuchtung das Spektrum des
natürlichen Sonnenlichts möglichst nachzuempfinden. Es empfiehlt sich
grundsätzlich, sich in das Thema Beleuchtung über diese FAQ hinaus
einzulesen. Eine Möglichkeit ist die TERRARIA Ausgabe 1
"Terrarienbeleuchtung", die dieses Thema sehr umfangreich abhandelt.
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Grundsätzlich ermöglicht erst eine Mischung aus T5- oder
T8-Leuchtstoffröhren mit Reflektoren, Halogenmetalldampflampen wie
HQI/HCI (Osram) oder CDM (Philips) und Spots eine ausreichende
Beleuchtung. Wichtig ist hier, dass der Brenner einer
Halogenmetalldampflampe nur mit einem auf die angegebene Wattzahl (35W,
70W oder 150W) abgestimmten Strahler/Vorschaltgerät verwendet wird
(Herstellerangebe beachten).
Auch bezüglich der Lichtfarbe gibt es Unterschiede. Für
Bartagamenterrarien gilt im Allgemeinen eine Lichtfarbe von 4.500 -
5.500 K als empfehlenswert. Bei den Halogenmetalldampflampen werden die
Bezeichnungen NDL (4.200 K) oder Daylight (5.200 K) verwendet.
Die früher oft verwendeten Quecksilberdampf-Hochdrucklampen wie HQL
(Osram) oder HSL (Sylvania) werden heute im Bartagamenterrarium nicht
mehr empfohlen, hier liegen die Halogenmetalldampflampen mittlerweile
technisch vorne. In großen Becken haben HQL-Lampen aber aufgrund der
hohen Wärmeabgabe auch heutzutage noch durchaus ihre Berechtigung.
Spots werden ausschließlich für Sonnenplätze verwendet, sind jedoch für
die Grundausleuchtung ungeeignet, da sie viel Wärme, aber nur wenig
Licht emittieren.
Eine ausreichende UVB-Versorgung der Tiere muss unbedingt gewährleistet
werden. Die UVB-Versorgung dient der Bildung / Synthese von Vitamin D3
und beugt damit schweren Mangelerkrankungen wie Rachitis vor.
Uneingeschränkt empfehlenswert ist hier die Osram Ultra-Vitalux-Leuchte
mit 300 Watt, die bei UVB-Messungen stets die besten Ergebnisse
liefert. Da diese Leuchte sehr viel UV abgibt, sollten die Tiere jedoch
nur etwa 30 - 45 Minuten täglich bestrahlt werden. Dies kann bei
ausreichender Terrarienhöhe durch eine Festinstallation im Terrarium
erfolgen oder auch außerhalb des Terrariums bzw. durch die geöffnete
Frontscheibe. Achtung: Geschlossene Scheiben filtern das UV-Licht! Für
die Vitalux muss unbedingt eine Keramikfassung verwendet werden, da
diese Lampen sehr heiß werden (Herstellerangaben beachten).
Eine weitere Möglichkeit der UV-Versorgung stellen Mischlichtstrahler
(Power Sun, JBL UV Solar) mit 100 oder 160 Watt dar, die ganztägig
betrieben werden können.
Spotstrahler (z. B. Osram Concentra bzw. PAR-Strahler) oder
Halogenspots schaffen die notwendigen Temperaturen für Sonnenplätze.
Pro Tier sollte im Terrarium mindestens ein Sonnenplatz angeboten
werden.
Da die Beleuchtung im Bartagamenterrarium immer auch gleichzeitig Wärme
abgibt, muss die Technikinstallation natürlich auch im Hinblick auf die
Temperaturen überprüft werden (siehe Temperaturen).
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3.6 Temperaturen
Die Temperatur sollte sich tagsüber zwischen 28° C und 30 °C bewegen,
kühlere Zonen zwischen 22 °C und 25 °C müssen vorhanden sein. Unter dem
Sonnenplatz sollte die Temperatur mindestens 45 °C bis über 50° C
betragen. Diese Maximaltemperaturen sind wichtig für eine geregelte
Verdauung und sollten daher keinesfalls unterschritten werden.
Auf eine Bodenheizung, Infrarot- oder Keramikheizstrahler sollte
gänzlich verzichtet werden, da die Tiere Wärme immer mit Licht
verbinden (natürliche Sonnenstrahlung) und heiße, aber nicht leuchtende
Körper im Terrarium eine potenzielle Gefahrenquelle für Verbrennungen
darstellen können.
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3.7 Luftfeuchtigkeit
Die relative Luftfeuchtigkeit darf nicht zu hoch sein, sie sollte
tagsüber bei 30 - 40 % liegen, nachts liegt die relative Feuchtigkeit
höher (ca. 60 - 80 %). Gelegentliches Aussprühen des Terrariums erhöht
die Luftfeuchtigkeit, falls diese unter die angegebenen Werte fällt.
Staunässe sollte in jedem Fall vermieden werden.
(Abschnitt 3: Sabine Durante)
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| 4. Ist eine UV-Bestrahlung / Supplementierung erforderlich? |
4.1 UV-Versorgung
Die UV-Versorgung von Pogona vitticeps / P. henrylawsoni ist neben
einer Supplementierung, mit der wichtigste Punkt in der
Terrarienhaltung, denn nur mit UV-B Strahlen können sie ihr
körpereigenes Vitamin D3 produzieren, welches das Kalzium in den
Knochen ablagert, somit einer Rachitis vorbeugt.
Gerade bei schnellwüchsigen Jungtieren kann eine mangelnde
UV-Bestrahlung leicht zu irreversiblen Schäden führen. Auch für
ausgewachsene (adulte) Tiere ist die UV-Bestrahlung zwingend
erforderlich, da ansonsten eine Demineralisierung der Knochen auftreten
kann.
Für die UV-Versorgung gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Zwei davon
haben sich im Laufe der Jahre durch positive Erfahrungs- und gute
technische Werte herauskristallisiert:
Die bekannteste Methode um eine UV-Versorgung der Tiere zu
gewährleisten ist die mit einer Osram Vitalux / Ultra Vitalux. Diese
Lampe hat eine Leistung von 300 Watt. Wegen dieser hohen Wattleistung
ist bei der Bestrahlung ein Mindestabstand von 80 cm einzuhalten, damit
die Tiere durch die hohe Leistung keine Schäden davon tragen.
Ist das Terrarium groß genug, kann die Lampe fest installiert werden.
Dabei sollte man die Position so wählen, dass der Abstand zwischen
Lampe und Einrichtung maximal ist.
Es ist nicht ausreichend die Tiere
durch das Glas des Terrariums zu bestrahlen, da Glas die UV Strahlen
filtert und diese somit nicht zum Tier durchdringen können.
Die Bestrahlungsdauer mit der Osram Vitalux / Ultra Vitalux sollte täglich ca. 30 Minuten betragen.
Eine weitere Möglichkeit ist es eine Quecksilberdampflampe, besser
bekannt als Mischlicht-UV-Spot oder Strahler wie z.B. ZooMed PowerSun
UV zu benutzen. Diese Strahler können im Gegensatz zu der Osram Vitalux
im Ganztagbetrieb eingesetzt werden, da die Strahlen nicht so intensiv
sind und gleichzeitig der Bestrahlung der Sonnenplätze dienen.
Diese Lampe hat eine Leistung von 160 Watt. Von der ebenfalls
erhältlichen 100 Watt-Version dieser Lampe wird aufgrund von negativen
Berichten, wie Ausfällen bei längerer Betriebsdauer eher abgeraten.
Für die Installation und Positionierung im Terrarium gelten dieselben
Hinweise wie für die Osram Vitalux.
Die Bestrahlungsdauer mit der ZooMed PowerSun UV sollte täglich 10 – 12
Stunden betragen. Das beste Ergebnis wird durch das Einbinden der
ZooMed PowerSun UV in die restlichen Beleuchtungszeiten des Terrariums
erzielt.
Ebenso wie viele andere UV-Spots und Leuchtstoffröhren muss diese Lampe
mindestens jedes halbe Jahr (Empfehlungen des Herstellers beachten!)
gewechselt werden.
Nicht zu empfehlen ist, die Tiere mit UV-Leuchtstoffröhren zu
versorgen. Wie bereits erwähnt, ist die UV-Bestrahlung für die Tiere
lebenswichtig. Diese Strahlungsintensität steht bei Leuchtstoffröhren
aber i.d.R. nur in einer Entfernung von maximal 30 cm (Empfehlungen des
Herstellers beachten!) zur Verfügung.
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4.2 Supplementierung des Futters
Die Supplementierung des Futters ist ein weiterer wichtiger Punkt in der Terrarienhaltung.
Supplementierung bedeutet eine Ergänzung von einzelnen Nährstoffen zur
Nahrung mit dem Ziel, einen bestehenden Mangel auszugleichen oder einem
Mangel vorzubeugen.
Leider haben Pogona vitticeps / P. henrylawsoni im Terrarium keine
Möglichkeit, wie in ihrem natürlichen Habitat Vitamine und Mineralien
über Futtertiere oder Vegetation aufzunehmen. Vitamine, Mineralien und
Spurenelemente sind jedoch genau wie für den Menschen sehr wichtig für
die Tiere, und, um diesen Mangel auszugleichen, spricht man in der
Terraristik von der „Supplementierung von Vitaminen und Mineralien“.
Gleichzeitig ergibt sich hieraus, dass die Futtertiere möglichst gut
und „vollwertig“ versorgt werden müssen: sogenanntes „gehaltvolles
Anfüttern der Futtertiere“.
Bei der Gabe von Lebendfutter, bei Jungtieren zu jeder Fütterung und
bei ausgewachsenen (adulten) Tieren zu jeder zweiten Fütterung, müssen
die Futtertiere mit einem Vitamin-/Mineralstoffpräparat bestäubt
werden, um eventuellen Mangelerscheinungen vorzubeugen und die
Gesundheit der Tiere zu fördern.
Diese Vitamin- und Mineralstoffpräparate sind z.B. Korvimin ZVT +
Reptil (Vitamine & Mineralien) oder Herpetal Complete T in
Verbindung mit Herpetal Mineral und gewährleisten eine gute Vitamin-
und Mineralstoffversorgung der Tiere.
Beide Produkte sind teilweise im Handel, als auch beim Tierarzt
erhältlich. Nähere Dosierungshinweise dieser Produkte entnehmen Sie
bitte der Packungsbeilage oder richten Ihre Fragen direkt an den
Hersteller oder Tierarzt.
Ebenso wichtig wie die Supplementierung selbst ist der Kalziumhaushalt
der Tiere, der maßgeblich am Knochenbau und dessen Festigkeit beteiligt
ist. Aus diesem Grund sollte immer eine Schale mit zermahlenem
Sepia-Schulp (Stützapparat von Tintenfischen) im Terrarium verfügbar
sein, damit die Tiere sich bei Bedarf selbst bedienen können.
Alternativ kann auch Muschel- bzw. Taubengrit angeboten werden.
Um möglichst annähernd naturgetreue Bedingungen im Terrarium schaffen
zu können, hat es sich bewährt, den Tieren auch Futterpflanzen, wie
z.B. Golliwoog anzubieten. Diese Futterpflanze hat den positiven
Aspekt, dass sie sich neben dem Bestäuben des Lebendfutters und dem
restlichen Grünfutter der Tiere, sehr gut in die Supplementierung
einfügt bzw. diese ergänzt, da sie über einen guten Vitamin- und
Kalziumgehalt verfügt. Diese Futterpflanze ist in vielen Geschäften
verfügbar.
Das Anbieten von Futterpflanzen ist eine schöne und natürliche Art und
Weise, die Gesundheit der Tiere zusätzlich zu fördern und ihren
Vitamin- und Mineralhaushalt zu bereichern.
Als Schlusswort bleibt zu sagen, dass Ihre Tiere es Ihnen danken
werden, wenn Sie für eine optimale UV-Bestrahlung und Supplementierung
sorgen. Sie werden feststellen, dass Ihre Tiere einen guten
Gesundheitszustand aufweisen und ihre natürliche Aktivität ausleben.
(Abschnitt 4: Sven Düsseldorf/Massatus)
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| 5. Wie groß werden Bartagamen? |
Pogona vitticeps, umgangssprachlich „Bartagame“ genannt, kann eine KRL
(Kopf-Rumpf-Länge) von bis zu 25 und eine Gesamtlänge (GL) von rund 55
cm erreichen.
Pogona henrylawsoni, umgangssprachlich „Zwergbartagame“ genannt, kann
eine KRL von bis zu 14 und eine GL von rund 30 cm erreichen. Mit 2 Jahren sind die Tiere ausgewachsen.
(Abschnitt 5: Sven Düsseldorf/Massatus)
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| 6. Können Bartagamen einzeln/in Gruppen gehalten werden? |
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Grundsätzlich sind Bartagamen Einzelgänger und haben Ihre festen
Territorien. Wenn sie in ihrem natürlichen Habitat aufeinander treffen,
zieht dies, besonders unter Männchen, oft heftige Revierkämpfe nach
sich.
Bartagamen haben Kontakt zu ihren Artgenossen, wenn sie der
Paarungstrieb dazu veranlasst, sich einen Partner zur Fortpflanzung zu
suchen, sich ihre Territorien überschneiden oder ein anderes Tier in
dieses eindringt.
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In der Terrarienhaltung hat man positive Erfahrungen in beiden
Bereichen gemacht, sowohl in der Einzel- als auch in der Gruppenhaltung.
Bei der Einzelhaltung spielt es keine Rolle, ob ein Männchen oder Weibchen das Terrarium bezieht.
Die Gruppenhaltung gestaltet sich anspruchsvoller, dies wird durch das
sehr stark ausgeprägte Paarungs- und Territorialverhalten der Männchen
begründet. Das heißt, dass die Haltung von mehreren Tieren nur ein
Männchen pro Gruppe zulässt und somit der Rest der Gruppe nur aus
Weibchen bestehen darf.
In extremen Fällen müssen jedoch auch bei dieser Art der Haltung Tiere zeitweise oder für immer voneinander getrennt werden.
Eine Paarhaltung (ein Männchen mit einem Weibchen) von Bartagamen ist
mit Einschränkungen zu empfehlen, da der bereits erwähnte starke
Paarungstrieb des Männchens das einzelne Weibchen u.U. zu sehr stressen
würde und dieser immer fortwährende Zyklus sogar den Tod des Weibchens
zur Folge haben könnte. Hier ist - ebenso wie bei der Haltung einer
Gruppe - immer damit zu rechnen, dass die Tiere nicht miteinander
harmonieren, jedoch sind genügend Fälle bekannt, in denen die paarweise
Haltung über Jahre gut funktionierte.
Trotz aller Empfehlungen und Erfahrungsberichte hat jede Bartagame
einen individuellen Charakter, und es gibt sehr wohl auch Beispiele in
der Terrarienhaltung, wo seit Jahren Tiere als Pärchen zusammenleben,
dies sind jedoch Ausnahmen und sollten auch als solche kritisch
betrachtet werden.
Einer Einzelhaltung oder einer Gruppenhaltung mit z.B. einem Männchen
und drei Weibchen steht somit nichts im Wege. Bei Haltung mehrerer
Tiere ist die Einrichtung so zu gestalten, dass sich die Tiere
gegenseitig ausweichen können, dass Sichtbarrieren, mehrere
Versteckmöglichkeiten und Sonnenplätze sowie höher gelegene Plätze für
die ranghöchste Agame vorhanden sind.
Bei der Einrichtung bzw. Gestaltung des Terrariums ist die Anzahl der
dort gepflegten Bartagamen zu berücksichtigen. So ist dafür Sorge zu
tragen, dass für jedes Tier wenigstens ein gesonderter Sonnen- bzw.
Präsentierplatz vorhanden ist. Auch sollte jedes Exemplar eine eigene
Versteckmöglichkeit vorfinden.
(Abschnitt 6: Sven Düsseldorf/Massatus)
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| 7. Können Bartagamen mit anderen Arten vergesellschaftet werden? |
Davon ist dringend abzuraten, vor allem wenn man die üblichen
Haltungsbedingungen bedenkt, die wir Bartagamen hierzulande geben
können.
Grundsätzliche Voraussetzung für eine Vergesellschaftung sind gleiche
Herkunftsgebiete, bei Bartagamen also die trockenen Steppenregion
Australiens. Dies ist sehr wichtig, um die von den Tieren benötigte
Bakterienfauna (die beispielsweise in Tropengebieten eine ganz andere
ist als in der Steppenwüste) zu erhalten.
Darüber hinaus müssen die Tiere eine ähnliche Größe besitzen: Kleinere
Tiere werden von den Bartagamen als Nahrung angesehen, umgekehrt
natürlich ebenso.
Rein theoretisch kämen hier nur die Kragenechsen (Chlamydosaurus
kingii) in Frage. Sie kommen ebenfalls aus Australien und werden etwa
so groß wie Pogona vitticeps. Dennoch ist auch von dieser
Vergesellschaftung abzuraten – das Terrarium müsste sehr groß und hoch
sein, da Kragenechsen sehr viel Platz brauchen; zudem müssen sich die
Tiere aus dem Weg gehen können.
Wer also kein Zimmerterrarium bieten
kann, sollte sofort wieder Abstand von dem Gedanken gewinnen.
Grundsätzlich können aber auch die besten Voraussetzungen jede
Vergesellschaftung zum Scheitern bringen, wenn die Tiere sich einfach
nicht „riechen“ können.
Hin und wieder tauchen die skurrilsten Fotos und Fragen auf, daher hier
noch mal in aller Deutlichkeit: Keine Vergesellschaftung mit anderen
Echsen (siehe ebd.)! Keine Vergesellschaftung mit Schlangen (Futter)!
Keine Vergesellschaftung mit heimischen Haustieren! Am Besten: Gar
keine Vergesellschaftung!
(Abschnitt 7: Manuela Pelzl)
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| 8. Müssen Bartagamen regelmäßig, zu bestimmten Anlässen gebadet/gesprüht werden? |
Das Baden: Bartagamen brauchen nicht gebadet zu werden, aber es gibt auch Ausnahmen, wo das Baden empfehlenswert ist.
Diese Ausnahmen sind praktisch immer medizinisch indiziert und erfolgen
daher vernünftigerweise nach Diagnose und Empfehlung eines
reptilienkundigen Tierarztes. Dieser wird in diesen Fällen auch
Einzelheiten erklären und entsprechende Ratschläge zum Prozedere geben.
Bei gesunden Bartagamen treten bei Einhaltung der artspezifischen
Haltungsparameter, als da sind besonders Temperatur, relative
Luftfeuchtigkeit und Versorgung mit den notwendigen Nährstoffen,
normalerweise keine Besonderheiten auf, die ein Baden der Tiere
notwendig machen.
Den Feuchtigkeitsbedarf decken die Tiere über die Aufnahme von Nahrung,
insbesondere über pflanzliches Futter. Die Bereitstellung eines
Trinknapfes ist zu empfehlen.
(Abschnitt 8: Anja Nick/Neanderdragon)
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| 9. Was, wann und wie viel wird von Bartagamen gefressen ? |
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Die Ernährung von Bartagamen ist ein weiteres sehr wichtiges Thema bei
der Pflege dieser Tiere. Bitte lesen sie die folgenden Zeilen sehr
aufmerksam, um eine optimale Haltung Ihrer Pfleglinge zu gewährleisten.
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9.1 Was wird von Bartagamen gefressen?
Bartagamen ernähren sich grundsätzlich sehr vielfältig, das heißt, dass
sowohl Grünfutter, als auch Lebendfutter auf ihrem Speiseplan steht.
Dieser reicht von Lebendfutter wie Heimchen, Steppengrillen,
Heuschrecken, Argentinischen Schaben, Mehlwürmern u.s.w. bis hin zu
Grünfutter wie Gemüse (Karotten, Zucchini), diversen Kräutern
(Löwenzahn, Spitzwegerich, Klee) und Obst (Äpfel, Birnen). |
Eine detaillierte Liste zum Thema Grünfutter finden Sie im .
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9.2 Wann werden Bartagamen gefüttert?
Eine Schale mit frischem Grünfutter sollte grundsätzlich immer angeboten und täglich gewechselt bzw. aufgefüllt werden.
Lebendfutter hingegen ist stets mit Bedacht zu verfüttern, da
Bartagamen sehr schnell an Krankheiten wie z.B. Leberverfettung
verenden können.
Ausgewachsene Tiere sollten deshalb maximal 2-3 mal die Woche mit
Lebendfutter gefüttert werden. Jungtiere erhalten entsprechend öfter
Lebendfutter. Zu Beginn kann Jungtieren noch täglich Lebendfutter
gegeben werden. In einem Alter drei bis vier Monaten kann dann damit
begonnen werden die Menge an Futterinsekten zu reduzieren.
Stark fetthaltige Futtertiere wie „Mehlwürmer“ und „Zophobas“ sollten selten und in sehr geringen Mengen verfüttert werden.
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9.3 Wie viel sollten Bartagamen fressen?
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Eine ausgewachsene Bartagame ernährt sich überwiegend pflanzlich.
Aufgrund dessen sollte man maßvoll Lebendfutter verfüttern und dieses
mindestens vor jeder zweiten Fütterung mit einem Vitamin- und /
Mineralstoffpräparat bestäuben.
Jungtiere hingegen ernähren sich überwiegend von tierischer Kost.
Die Länge bzw. Größe der angebotenen Futtertiere sollte bei Jungtieren
nicht die Breite des eigenen Kopfes überschreiten, da sonst eventuell
Problemw auftreten können.
Genaue Mengenangaben der zu verfütternden Insekten können nicht gegeben
werden, da sich die Tiere individuell verschieden entwickeln.
Als Schlusswort bleibt zu sagen, dass Ihre Tiere es Ihnen danken
werden, wenn sie für eine ausgewogene Ernährung sorgen und somit ihre
Gesundheit fördern.
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(Abschnitt 9: Sven Düsseldorf/Massatus) |
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| 10. Was machen Bartagamen den ganzen lieben Tag lang? |
10.1 Verhalten
Bartagamen können je nach Alter und Geschlecht sehr aktiv sein: beinahe
täglich werden Erkundungsgänge im Terrarium unternommen oder sich auf
Nahrungssuche begeben. Männliche Tiere bevorzugen hierbei erhöhte
Plätze, um ihr Territorium besser überblicken zu können.
Wenn Bartagamen ihre Umgebung erkunden, tun sie dies sehr oft durch das
Anlecken von Gegenständen. Dieses Verhalten wird häufig als „Züngeln“
bezeichnet. Die somit gewonnen Duftstoffe auf der Zunge werden an das
Jakobsonsche Organ im Gaumendach weitergeleitet und verarbeitet. Das
„Züngeln“ wird auch als soziale Geste unter Artgenossen verwendet und
dient als Identifizierung oder Begrüßung des anderen Tiers.
Kreuzen sich die Blicke zweier Tiere oder treffen sie direkt
aufeinander, kann es zu Dominanzgesten kommen, die die Revieransprüche
geltend machen sollen. Reagiert das „eindringende“ Tier nicht
entsprechend darauf, kommt es meist zu einem Revierkampf. Näheres dazu
unter „Dominanz & Demut“.
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10.2 Dominanz & Demut
Die soeben erwähnte Dominanzgeste wird meist durch ein heftiges Auf-
und Abwärtsbewegen des Kopfes geäußert, auch als „Nicken“ bekannt, und
signalisiert dem anderen Tier „Hier ist mein Revier, hier herrsche
ich!“. Diese Geste wird häufig rangniederen Tieren wie z.B. Weibchen
oder anderen Männchen entgegen gebracht. Wobei hier nochmals darauf
hingewiesen wird, dass zwei männliche Bartagamen niemals gemeinsam in
einem Terrarium gepflegt werden sollen!
Die Artgenossen antworten auf diese Geste entweder mit einer
Demutsgeste oder gehen einen Kampf ein. Die Demutsgeste ist z.B. eine
kreisförmige Bewegung mit einem Vorderbein, auch als „Winken“ bekannt.
Eine weitere Demutsgeste stellt eine geduckte Haltung, meist in
Verbindung mit einer langsamen Nickbewegung des Kopfes. Zeigt das
andere Tier keinerlei Demutsgesten oder verlässt es nicht das Revier,
kommt es unweigerlich zu einer Konfrontation. Näheres dazu unter
„Kämpfe & Auseinandersetzungen“
.
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10.3 Kämpfe und Auseinandersetzungen
Die Auseinandersetzungen und Kämpfe zwischen Bartagamen laufen meist
nach einem bestimmten Schema ab. Zunächst umkreisen sich die
Kontrahenten mit abgeflachten und schräg gestellten Körpern. Weicht
daraufhin keines der beiden Tiere zurück, bzw. erkennt die Dominanz
oder Überlegenheit des Anderen nicht an, so versuchen sich die
Kontrahenten gegenseitig in den Schwanz zu beißen oder an dessen Wurzel
zu packen um den Gegner hochzuheben.
Der Kampf gilt als beendet, wenn eines der Tiere die Flucht ergreift
oder das überlegene Tier es geschafft hat, sich in der anderen Agame zu
verbeißen und dies solange wiederholt bis das unterlegene Tier dessen
Dominanz akzeptiert.
Da die Tiere im Terrarium nicht voreinander flüchten können, kann es zu
Bissverletzungen und zu einer massiven Unterdrückung führen, die im Tod
des unterlegenen Exemplars enden kann. Aus den vorgenannten Gründen ist
es sehr wichtig, Tiere die nicht miteinander harmonieren, so schnell
als möglich zu trennen und eventuell in eine andere Gruppe zu
integrieren oder in Einzelhaltung unterzubringen
.
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10.4 Balzverhalten / Paarung
Ähnlich dem Revier- und Territorialverhalten äußert sich auch das
Balzverhalten der Männchen durch das so genannte „Nicken“ und die
Schwarzfärbung des Bartes. Erblickt das paarungswillige Männchen ein
Weibchen, nickt es heftig und versucht es zu umkreisen. Ist das
Weibchen desinteressiert, versucht es mit den üblichen Demutsgesten die
Situation zu umgehen oder flüchtet vor dem Männchen.
Wenn das Weibchen
jedoch paarungsbereit, ist flacht es den Körper ab und hebt die
Schwanzwurzel leicht an. Das Männchen versucht sich dabei in die Hals-
und Nackenpartie des Weibchens zu verbeißen und schiebt gleichzeitig
seinen Schwanz unter den des Weibchens. Dann versucht es einen seiner
beiden Hemipenes in die Kloake des Weibchens einzuführen, um somit die
Paarung zu vollziehen.
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10.5 Thermoregulation
Bartagamen sind wie alle Reptilien wechselwarme Tiere, und sind in der Lage, ihre Körpertemperatur zu beeinflussen.
Ein schnelleres Aufwärmen geschieht z.B. durch das Aufsuchen von warmen
Sonnenplätzen und das Abflachen des Körpers in Richtung eines Wärme-
bzw. Spotstrahlers. Oft fällt dabei auch die dunkle Färbung der Haut
auf, die sie durch das Steuern Ihrer speziellen Hautzellen einfärben,
um somit mehr Wärme aufnehmen zu können.
Ist es einer Bartagame zu warm, verlässt sie entweder den warmen
Sonnenplatz bzw. die direkte Wärmestrahlung oder beginnt zu hecheln.
Dabei wird das Maul geöffnet, um sich durch die Verdunstungskälte
abzukühlen, die an den stark durchbluteten Schleimhäuten entsteht.
Steigt die Körpertemperatur dennoch weiter an, wird ein kühlerer Bereich des Terrariums aufgesucht.
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10.6 Ablehnungsgesten und Missverständnisse
Gesten, die vor allem von neuen Haltern oft missverstanden werden, sind
z.B. das Augenschließen oder das Schwarzfärben des Bartes. Das
Augenschließen bedeutet nicht wie bei Katzen oder Hunden eine Art
Signal für „Entspannung“ oder „Wohlbefinden“, sondern bedeutet
Ablehnung. Die meisten Tiere lassen es zwar über sich ergehen und
belassen es beim Augenschließen, andere jedoch reagieren oft danach
wesentlich gereizter oder scheinen ihrem Halter nicht mehr zu
„vertrauen“.
Das Aufstellen und Schwarzfärben des Bartes oder das weite Öffnen des
Mauls und ein eventuell damit verbundenes Fauchen sind sehr ernst
gemeinte Drohgebärden und bedeuten nichts anderes als „Das gefällt mir
nicht! / Lass mich in Ruhe!“. Einige Exemplare gehen sogar noch einen
Schritt weiter und versuchen den Halter anzugreifen.
Wenn Ihre Tiere diese Art von Verhalten öfter zeigen, sollten sie den
Umgang mit Ihrem Tier oder ggf. seine Haltungsbedingungen gründlich
überdenken.
Bitte beachten Sie, dass Bartagamen Wildtiere sind und sie auch als
solche behandelt werden sollten. Bartagamen sind keine Kuscheltiere
oder Wesen, die besonderen Wert auf Interaktion mit dem Menschen legen.
Dies und die Tatsache dass Bartagamen im Terrarium und nicht in der
Wohnung leben, sollten Sie als Halter stets beherzigen.
(Abschnitt 10: Sven Düsseldorf/Massatus)
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| 11. Muss eine Winterruhe eingehalten werden? |
Ja, eine Winterruhe bei Bartagamen ist immer einzuhalten. Begründungen, warum die Winterruhe ein MUSS ist:
In der Natur wurde im physiologischen Lebenslauf bei wechselwarmen
Tieren die Winterruhe vorgesehen, um die kalte und futterarme
Jahreszeit zu überstehen.
Die Herzfrequenz und die Atmung werden extrem heruntergefahren und der Energieverbrauch auf ein Minimum reduziert.
Sie ist unverzichtbar für ein intaktes Immunsystem, für ein korrektes Wachstum und einen ausgewogenen Hormonhaushalt der Tiere.
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11.1 Ab welchem Alter sollten die Tiere in Winterruhe gehen?
Grundsätzlich ist zu sagen, dass nur gesunde Tiere in eine Winterruhe
gehen sollen. Auch Jungtiere sollen bereits in eine Winterruhe gehen.
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11.2 Welche Tiere sollten nicht in Winterruhe gehen?
Es sollen keine kranken, trächtigen oder stark abgemagerten Tiere in
eine Winterruhe gehen. Bitte keine abgemagerten Tiere vor der Ruhe
mästen, nur damit sie ruhen können.
Sollte man sich unsicher sein, ob das Tier für die Winterruhe fit ist,
ist zuvor ein Blick von einem reptilienfachkundigen Tierarzt auf das
Tier werfen zu lassen.
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11.3 Wann sollten die Tiere in Winterruhe gehen?
Die Wintermonate in Australien sind entgegengesetzt zu unseren Wintermonaten, also Juni - August.
Die in unseren Terrarien lebenden Bartagamen sind praktisch
ausschließlich Nachzuchttiere, deren Vorfahren schon seit Jahren /
Jahrzehnten in Europa leben. Die Umstellung der Tiere auf unseren
Jahreszeitenrhythmus ist unproblematisch, man kann sagen, die Tiere
sind umgestellt. Eine vorübergehende Inaktivität in den (sehr warmen)
Sommermonaten deutet meist auf die Einhaltung einer Art Sommerruhe hin,
in der sich die Tiere an kühlere Stellen zurückziehen.
Wird über das Jahr ein Jahresrhythmus (Temperatur, Beleuchtungsdauer)
eingehalten, gehen Bartagamen selbstständig in die Winterruhe. Wird
kein Jahresrhythmus eingehalten, ist peinlichst darauf zu achten, die
Tiere durch ein gezieltes Absenken der Temperaturen (Tag & Nacht)
sowie einer Verkürzung der Beleuchtungsdauer auf die Winterruhe
hinzuführen
.
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11.4 Wie leite ich die Winterruhe ein?
Bevor die Winterruhe erfolgt, muss man eine Kotprobe zum
reptilienfachkundigen Tierarzt bringen, um einen eventuellen
Parasitenbefall vorab zu behandeln. Wenn man Tiere mit Innenparasiten
in die Winterruhe schickt, kann dies tödlich für die Tiere enden.
Sind die Tiere frei von Parasiten, so lässt man sie in die Winterruhe
gehen. Etwa drei Wochen vor Beginn der Winterruhe gibt man kein
Lebendfutter und stellt ca. eine Woche später das Füttern ganz ein.
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11.5 Was muss ich in der Winterruhe machen?
Wenn die Tiere in Winterruhe sind, sollte man ihnen grundsätzlich
frisches Wasser anbieten und bei den Tieren beobachten, ob alles in
Ordnung ist. Bitte den Tieren KEIN Futter anbieten, die Temperaturen
sollten tagsüber um die 16 °C liegen.
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11.6 Wie lange sollen die Tiere ruhen?
Zu diesem Thema gibt es viele Aussagen, das beste und natürlichste für die Tiere sind drei Monate.
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11.7 Was mache ich nach der Winterruhe?
Wenn die Winterruhe nach 3 Monaten beendet ist, fängt man langsam
wieder an die Beleuchtung hochzufahren. Sind die Tiere wieder agil,
laufen aufmerksam durch das Terrarium, dann kann man den Tieren wieder
Grünfutter anbieten, ob sie es annehmen muss man sehen, Lebendfutter
wieder maßvoll anbieten.
(Abschnitt 11: Anja Nick/Neanderdragon)
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| 12. Was ist zu beachten, wenn man züchten möchte? |
12.1 Geschlechtsbestimmung
Bei Bartagamen kann man meist das Geschlecht erst zu 100 % bestimmen, wenn die Tiere geschlechtsreif sind.
Zur Bestimmung kann man folgendermaßen vorgehen: man nimmt das Tier mit
dem Schwanz zu sich schauend auf die Hand und hebt den Schwanz ca. 90°
in Richtung des Kopfes des Tieres an, aber bitte SEHR vorsichtig!
Männchen:
Oberhalb der Kloake an der Schwanzwurzel befinden sich zwei längs
verlaufende, parallele Erhebungen, die Hemipenistaschen. Dazwischen ist
eine deutliche Vertiefung. Die Femoralporen auf den Innenseiten der
Hinterbeine sind stärker ausgeprägt und die Kloake ist breiter als bei
Weibchen.
Weibchen:
Oberhalb der Kloake an der Schwanzwurzel befindet sich ein
trapezförmiger Hügel, die Kloake ist nicht so breit wie bei Männchen.
Die Femoralporen sind auch vorhanden, aber nicht so ausgeprägt wie bei
einem Männchen.
Wenn man sich als Anfänger nicht sicher ist, ist es anzuraten einen
reptilienkundigen Menschen oder einen reptilienfachkundigen Tierarzt
einen Blick auf das jeweilige Tier werfen zu lassen
. |
12.2 Verpaarung
Nach einer erfolgreichen Winterruhe kann man nach kurzer Zeit ein
Balzverhalten beim Männchen beobachten. Dieses nickt heftig mit dem
Kopf, färbt den Bart schwarz und stampft mit den Vorderbeinen auf. Es
will dem Weibchen imponieren, das Weibchen reagiert meist mit
kreisendem Winken der Arme.
Das Männchen rennt zu dem Weibchen, beißt sich im Nacken fest, schiebt
seinen Schwanz unter den des Weibchens und steckt von links oder rechts
einen Hemipenis in die Kloake des Weibchens. Die Verpaarung dauert nur
kurze Zeit, danach zieht das Männchen seinen Hemipenis zurück und der
Akt ist beendet.
Nach der Verpaarung sollte das Weibchen mit Futter und Kalzium
besonders gut versorgt werden. Kalzium ist jetzt besondern wichtig,
weil das Weibchen dieses zur Eibildung benötigt.
Interessant ist noch, dass das Weibchen den Samen des Männchens
speichern kann. Nach nur einer Verpaarung ist das Weibchen in der Lage
2-3 weitere befruchtete Gelege zu produzieren
. |
12.3 Eiablage |
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Die Eiablage erfolgt in der Regel 3-6 Wochen nach einer erfolgreichen
Verpaarung. Das Weibchen stellt kurz vor der Eiablage meist das Fressen
ein und läuft unruhig durchs Terrarium. Es fängt an, Probegrabungen
vorzunehmen und gräbt alle Ecken im Terrarium um, um die geeignete
Eiablagestelle zu finden; dies kann 3-5 Tage dauern (in manchen Fällen
auch bis zu 7 Tage). Zu empfehlen ist, dem Weibchen einige Sandhügel
mit mindestens 20 cm Sandhöhe anzubieten.
Die eigentliche Eiablage kann einige Stunden dauern. Man kann
beobachten, dass das Tier sich einen Tunnel gräbt. Ist es damit fertig
schaut oftmals nur noch ihr Kopf aus dem Loch und es legt ein Ei nach
dem anderen ab.
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Nach erfolgreicher Eiablage gräbt es das Loch mit den
Hinterbeinen wieder zu und haut mit seinem Kopf den Sand fest. Ist die Ablage beendet, verlässt es die Eiablagestelle.
Dies ist der Zeitpunkt die Eier auszugraben: vorsichtig wird der Sand
entfernt und die Eier freigelegt (dazu kann man einen Pinsel
verwenden), dann überführt man die Eier in die vorbereiteten
Substratschalen (beispielsweise Heimchendosen, die bis zur Hälfte mit
feuchtem (nicht nassem) Vermiculit gefüllt werden).
Die Eier dürfen bei der Überführung nicht gedreht werden, sie sollten
auch innerhalb von 24 Stunden nach Eiablage aus dem Terrarium entnommen
werden. Man drückt 6 Dellen ins Substrat in einer Heimchendose und in
jede Delle kommt ein Ei. Die Deckel werden mit Löchern versehen,
anschließend kommen die Dosen in den vorbereiteten Inkubator. |
12.4 Inkubation
Wenn das Weibchen mit Probegrabungen anfängt, sollte man seinen
Inkubator bereit machen und einen Probelauf vornehmen, damit er eine
passende Temperatur hat. Die Dauer der Inkubation ist abhängig von
Temperatur und Feuchtigkeit: 60 - 100 Tage bei 26 - 30 °C und einer
relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 90%. Die Gelege können auch mit
einer Nachtabsenkung inkubiert werden.
Eventuell eingefallene oder verschimmelte Eier sind sofort zu
entfernen. Eine regelmäßige Kontrolle der Eier ist - wie auch eine
regelmäßige Befeuchtung des Substrats (bei Notwendigkeit) - zu
empfehlen.
Bei der Befeuchtung sollte man darauf achten, dass keine Wassertropfen
auf die Eier kommen. Dies kann zum Absterben von Eiern führen.
Kurz vor dem Schlupf kann man u.U. beobachten, dass die Eier anfangen
zu schwitzen: es bilden sich Wassertropfen auf den Eiern, sie fallen
ein und verfärben sich. Nach kurzer Zeit kann man schon einen kleinen
Schnitt in der Eischale sehen und das Tier beginnt - mit dem Kopf voran
- aus dem Ei zu kommen. Der vollständige Schlupf kann Stunden dauern.
Eine Geschlechtsbestimmung bei der Inkubation von Bartagameneiern anhand der Temperatur ist nicht möglich.
Abzuraten ist von einem Schlupf im Terrarium, da die Eltern die
Kleinen, sobald sie diese erblicken, mit auf ihrem Speisezettel nehmen:
die Eltern würden sie als Futter ansehen. |
12.5 Die Aufzucht |
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Wenn die Jungtiere aus ihrem Ei selbstständig geschlüpft sind (am
besten die Tiere erst entnehmen, wenn sie eigenständig durch die
Heimchendose laufen), überführt man Jungtiere mit noch nicht
vollständig geschlossener Bauchdecke vorsichtig in ein Terrarium, was
nur mit leicht feuchtem Küchenpapier ausgelegt ist. Dort verweilen die
kleinen Agamen bis die Baudecke vollständig geschlossen und der evtl.
noch vorhandene Dottersack resorbiert bzw. abgefallen ist. Ist die Bauchdecke geschlossen, kann man sie in ihr eigentliches
Terrarium überführen.
Das Aufzuchtsbecken solle ähnlich sein wie bei
den adulten Bartagamen:
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Sonnenplätze, Versteckmöglichkeiten und UV-Versorgung, wobei das Becken
aber immer übersichtlich sein muss. Für ein komplettes Gelege von ca. 20 Tieren bietet sich ein Aufzuchtbecken von 120 x 60 x 60 cm an.
Man muss die Tiere in den folgenden Wochen bis zur Abgabe ständig
überwachen, um zu sehen, ob es dominante oder unterdrückte Tiere gibt.
Jetzt kommt ein zweites Aufzuchtsbecken zu Gute: man sollte anfangen,
die Tiere nach Größe zu sortieren, um Streitigkeiten untereinander
weitestgehend zu vermeiden und damit die kleineren Tiere, wenn sie von
den größeren getrennt sind, an Größe und Substanz gewinnen können.
Den Tieren ist in dieser Phase immer genug Futter anzubieten.
Abwechslungsreiches Lebendfutter wird in den ersten Wochen so angeboten, dass die Tiere sich satt fressen können.
Grundsätzlich gilt: Futtertiere nicht größer als die Breite des Maules zu verfüttern.
Jeden Tag bekommen die Tiere frisches pflanzliches Futter (Salat / Gemüse / Wildkräuter).
Wichtig für junge Bartagamen ist die Versorgung mit Wasser, dieses kann
beliebig erfolgen: durch tägliches Besprühen oder mit einer
Wasserschale (wobei Bartagamen selten aus einer Schale trinken).
Manche geben auch immer etwas Wasser mit in die Salatschale und können
beobachten, dass sie den Salat zwar nicht fressen, aber aus der Schale
trinken. Sinnvoll ist auch eine Untertasse mit etwas Wasser, aus der
die Tiere unter Umständen beim Durchlaufen trinken.
Zusätzlich zum Futter muss den Tieren eine Schale mit geriebenem
Sepiaschulp bereit stehen. Kalzium brauchen die Tiere für einen
stabilen Knochenaufbau und somit zur Vorbeugung gegen Rachitis.
Ebenfalls ist für die tägliche UV-Licht-Versorgung zu beachten.
Eine regelmäßige Versorgung mit Mineral- und Vitaminprodukten muss den
Tieren auch gewährt werden: 2-3 mal in der Woche die Futtertiere mit
einem entsprechenden Produkt bestäuben (hier gibt es verschiedene auf
dem Markt, zu empfehlen sind z.B. Korvimin ZVT® oder Präparate von
Herpetal) und ab und an flüssige Vitamine mit in den Salat geben.
Es ist auch darauf zu achten, dass sich die Tiere gut häuten, besonders
ist auf Zehen und Schwanzspitze zu achten. Sollten Probleme bei der
Häutung auftreten, sollte man den Jungtieren dabei äußerst vorsichtig
helfen. Um Einschnürungen der Haut zu verhindern und damit das
Absterben der Körperteile, kann man die Tiere bei erkennbaren
Häutungsproblemen in lauwarmem Wasser baden und die eingeweichte Haut
vorsichtig (z.B. mit einem Frotteetuch) entfernen.
Die Abgabe der Jungtiere sollte ab einem Alter von 6 Wochen erfolgen.
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12.6 Bastarde
Ein Bastard (auch Hybrid genannt) ist eine Kreuzung zweier Arten, z.B.
Pogona vitticeps und Pogona henrylawsoni = sogenannte „Vittikins“. Von solchen Verpaarungen ist strengstens abzuraten.
(Abschnitt 12: Anja Nick/Neanderdragon)
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| 13. Kann man mit Bartagamen kuscheln? |
Bartagamen werden v.a. von Einsteigern in die Terraristik als äußerst
attraktiv angesehen. Schlagworte wie „Anfängertiere“, „handzahm“,
„liebes Wesen“ etc. sorgen hierfür.
Bei allem Verständnis für diese aus menschlicher Sicht tollen
Eigenschaften, so darf doch eines nicht vergessen werden: Bartagamen
sind immer noch Reptilien, ferner Wildtiere und sollten auch als solche
angesehen werden. Es ist sicher nichts dagegen einzuwenden, sein Tier
mal im Terrarium zu streicheln oder sich von ihnen beklettern zu
lassen, aber Kuscheln und Schmusen sollte der Hund-Katze-Maus-Fraktion
überlassen werden.
Oftmals werden Anzeichen falsch gedeutet. So mancher Halter nimmt sein
Tier heraus und freut sich, dass es schon nach kurzer Zeit „kuschelnd“
auf dem Bauch liegt. Fakt ist: Die Zimmertemperatur liegt meist
unterhalb der benötigten ~30 °C. Da die Tiere von der
Umgebungstemperatur abhängig sind, suchen sie sich nun nach der ersten
Abkühlung außerhalb des Terrariums einen warmen Ort (wie z.B. der
menschliche Bauch).
Andere streicheln ihre Bartagame und nehmen an, dass das Schließen der
Augen ein Zeichen von Wohlbefinden ist. Wie eben bei uns Menschen auch.
Auch das ist leider ein Trugschluss, das Gegenteil ist der Fall. Das
Augenschließen ist ein Schutzreflex, es kann als „ich stelle mich jetzt
tot, dann werde ich in Ruhe gelassen“ gedeutet werden.
Herausnehmen sollte man die Tiere nur, wenn es nötig ist (Tierarzt, ins
Freigehege bringen etc.). Die Gefahr von Zugluft (die Menschen oft
nicht merken!), Staub, zu geringen Temperaturen etc. ist einfach zu
groß. Bartagamen gehören wie alle anderen Reptilien in artgerechte
Terrarien und sollten dort auch bleiben.
Letztendlich ist zu resümieren: Bartagamen werden in der Tat handzahm.
Sie sind aber niemals Kuscheltiere und dulden Berührung meist nur
aufgrund ihres ruhigen Wesens. Genießen tun sie diese in keinem Fall.
Der vernünftige Halter sollte versuchen, Bartagamen nicht zu
vermenschlichen und in ihnen das zu sehen, was sie sind: Reptilien.
(Abschnitt 13: Manuela Pelzl)
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| 14. Kann man Bartagamen zähmen? |
Der Begriff „zähmen“ von Tieren bedeutet im Wesentlichen die Gewöhnung
an den Menschen, bis hin zum Abrichten als Arbeitstier oder zur
Dressur. Einige Tierarten können eine soziale Bindung zum Menschen
aufbauen, suchen dann auch die direkte Nähe und den Kontakt (z.B.
Hunde).
Bartagamen sind von Natur aus nicht so scheu wie die allermeisten
anderen Reptilien und zeigen eher wehrhaftes Verhalten (selten) als das
sonst häufig zu beobachtende Fluchtverhalten. Diese Tatsache wird oft
als Zutraulichkeit angesehen, was jedoch nicht korrekt ist. Diese
Echsen gewöhnen sich einfach nur relativ schnell an die Gegenwart des
Menschen, der sich mehr oder weniger viel vor dem Terrarium bewegt und
auch im Terrarium selber die notwendigen Arbeiten verrichtet.
Die Tiere werden also NICHT zahm und sehen im Menschen keinen
„Gefährten“, sondern sie verlieren lediglich ihre Scheu und erkennen
den Menschen als Futtergeber und Teil ihres Lebensraumes an.
Bartagamen lassen sich auch nicht abrichten, werden nicht stubenrein und vollführen auch keine Kunststücke.
Sie sind und bleiben Wildtiere und müssen demnach auch entsprechend behandelt werden. Das bedeutet:
- Vermeidung von übermäßigem Kontakt Mensch/Tier, also kein ständiges „Auf-die-Hand-nehmen“, kraulen, spielen usw.
- Artgerechte Haltung, so gut es in Gefangenschaft möglich ist.
Dementsprechend kein Aufenthalt auf der heimischen Wohnzimmercouch oder
ähnliches. Dazu gehört vor allem eine vernünftige Einrichtung des
Terrariums.
Reptilien sind und bleiben Wildtiere. Genau darin sollte auch die Faszination bei der Haltung solcher Tiere liegen!
(Abschnitt 14: Nils Marsch/Dr. Evil)
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| 15. Literatur über Bartagamen (deutschsprachig) |
- BRUSE, F., M. MEYER & W. SCHMITT (2003): PraxisRatgeber Futtertiere. - Chimaira, 143 S.
- Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten,
Referat Tierschutz (1997): Gutachten über Mindestanforderungen an die
Haltung von Reptilien vom 10. Januar 1997. - 78 S.
- DIECKMANN, M. (2007): Die Zwergbartagame Pogona henrylawsoni. – NTV, 64 S.
- FALK, A. (2000): Grundkurs Terraristik. - Ulmer, 125 S.
- FRANK, W. (1986): Hygienische Probleme bei der Heimtierhaltung in
der Bundesrepublik Deutschland. Zbl. Bakt. Hyg. (B) 193: 274-303
- FREYNIK, C. (2007): Die Zwergbartagame. – Vivaria, 64 S.
- FRIEDERICH, U. & W. VOLLAND (2005): Futtertierzucht. Lebendfutter für Vivarientiere. - Ulmer, 188 S.
- FRITZ, P. (2005): Haltung der Streifenköpfigen Bartagame (Pogona vitticeps). - Iguana, 18(2): 9-14
- FRYE, F.L. (2003): Reptilien richtig füttern. - Ulmer, 27 S.
- GRAFE, T.U., M. SPIELER & B. KÖNIG (1999): Erklärungsmodelle
der Soziobiologie für Verhalten von Amphibien und Reptilien. -
Zeitschrift für Feldherpetologie, 6: 1-42
- HAUSCHILD, A. (2000): Die Bärtigen Drachen. - Reptilia, 5(5): 22-27
- HAUSCHILD, A. (2000): Ein Evergreen: Bartagamen im Terrarium. - Reptilia, 5(5): 28-32
- HAUSCHILD, A. (2004): Die Bartagame (Pogona vitticeps). - NTV, 61 S.
- HAUSCHILD, A. & H. BOSCH (1997): Bartagamen und Kragenechsen. - NTV, 95 S.
- HENKEL, F.-W. & W. SCHMIDT (2003): Terrarien. Bau und Einrichtung. - NTV, 168 S.
- ISENBÜGEL, E. & W. Frank (2000): Heimtierkrankheiten. Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien. - Ulmer, 402 S.
- KÄSTLE, W. (1973): Vollbart mit Hebelmechanik. Verhalten und Pflege der Bartagame. - Aquarien-Magazin, 7(2): 58-61
- KÖHLER, E. (2007): Bartagamen im Terrarium. - Herpeton, (DVD)
- KÖHLER, G. (1996): Krankheiten der Amphibien und Reptilien. - Ulmer, 168 S.
- KÖHLER, G. (1997): Inkubation von Reptilieneiern. - Herpeton, 205 S.
- KÖHLER, G., K. GRIEßHAMMER & N. SCHUSTER (2003): Bartagamen. Biologie, Pflege, Zucht, Erkrankungen. - Herpeton, 190 S.
- KOHLMEYER, R. (2000): Verhalten und Interaktionen meiner Bartagamen (Pogona vitticeps) im Terrarium. - Reptilia, 5(5): 33-38
- JES, H. (2004): Das Terrarium. - GU, 64 S.
- KOBER, I., & U. GEISSEL (2006): Grundlagenwissen
Terrarienbeleuchtung - Ein Schlüssel zur erfolgreichen Haltung. -
Terraria, 1: 6-16
- KOBER, I. & U. GEISSEL (2006): Welcher Typ passt zu mir? Die verschiedenen Lampen in der Terraristik. - Terraria, 1: 17-21
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Zoos. Biologie, Haltung und tierärztliche Versorgung. - Ferdinand Enke,
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- MÜLLER, K. (2005): Der praktische Tierratgeber. Terrarien, Gestaltung, Pflege, Bepflanzung. - Müller, 64 S.
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- MÜLLER, P.M. & R. KOHLMEYER: Bartagamen-FAQ (Frequently Asked Questions). - Draco, 22: 28-37
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- PALIKA, L. (2003): Leben mit Bartagamen. Der ausführliche Leitfaden für die Haltung von Bartagamen. - NTV, 206 S.
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- WIECHERT, J. (2005): Bartagamen in der tierärztlichen Praxis. - Draco, 22: 74-82
- WILMS, T. (2004): Terrarieneinrichtung. Grundlagen Materialien und Methoden. - NTV, 127 S.
- WILMS, T. (2005): Vorstellung einer Gemeinschaftsanlage zur Haltung australischer Echsen im Reptilium Landau. - Draco, 22: 38-46
- WILMS, T. & K. GRIEßHAMMER (2005): Grundlagen der Haltung von Pogona vitticeps. - Draco, 22: 20-27
- ZIMMERMANN, E. (1993): Das Züchten von Terrarientieren. - Frackh’sche, 238 S.
(Abschnitt 15: Renate Jung/Tristan)
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| | FAQ Bartagamen - Koordination, fachliche Beratung und Schlussredaktion: Henning Schwier, Peter Fritz und Peter M. Müller
Dank an die Autoren:
Sven Düsseldorf, Sabine Durante, Renate Jung, Nils Marsch, Anja Nick, Manuela Pelzl

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